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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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große Häuserblock bei der Bischofsbrücke in einer Stunde niederbrannte, erschraken auch die Mutigsten beim ersten Ton der Sirene.

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Robby hatte seine großen Tage. Zunächst hatte man nur für die älteren Jahrgänge der Hitlerjugend Verwendung. Sie mußten auf Befehl des Obersten von Thünen, des Chefs des gesamten Luftschutzes der Stadt, Hilfsdienste bei der Flak leisten. Denn der Oberst vertrat die Ansicht, daß man ,, junge Leute nicht früh genug an das Feuer gewöhnen könne". Die jüngeren Jungen aber, zu denen Robby gehörte, hatten immer noch nichts zu tun und mußten, wie andere Leute, in irgendeinem Luftschutzkeller sitzen, was ungeheuer langweilig und stumpfsinnig war. Da aber rief der Oberst eine neue Einrichtung ins Leben, die er ,, Bürger­schutz" nannte, wozu aber nur die kräftigsten Jungen ausgewählt wurden. Robby wurde abermals zurückgewiesen und mußte weiterhin bei Luftangriffen mit, Kindern und Säuglingen", wie er sagte, in einem langweiligen Keller sitzen. Die Jungen vom ,, Bürgerschutz" aber konnten nicht genug von ihren Aben­teuern erzählen. Sie hatten Fliegerkämpfe beobachtet, wobei mit Leuchtspur geschossen wurde, sie hatten Brände gelöscht, sie hatten Betten aus den Fenstern geworfen, während das Dach über ihnen brannte, und was sie noch alles erlebten.

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Es waren Abenteuer nach Robbys Geschmack und er beschwor seine Mutter, bei Oberst von Thünen ein Wort für ihn einzu­legen, er sei genau so kräftig wie die andern. Seitdem gehörte er zum ,, Bürgerschutz drei", dessen Quartier sich im Schellhammer­schen Bürohaus befand, einem besonders massiven Gebäude.

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Sechs Fliegerangriffe hatte Robby schon mitgemacht! Es war natürlich etwas anderes, als in einem kalten, stumpfsinnigen Keller mit schreienden Kindern zu hocken. Dreimal hatte er Straßendienst gehabt. Da mußte er verspätete Passanten zum nächsten Luftschutzkeller führen, er mußte der Feuerwehr den kürzesten Weg zu einem brennenden Haus zeigen, er mußte einen Luftschutzwart aus dem Keller holen, weil im vierten Stock seines Hauses ein Licht brannte. Dabei hörte er die feind­lichen Maschinen hoch in der Luft donnern und er sah die Flak­granaten am schwarzeń Himmel explodieren. Im Bunker selbst,

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