-"müssen, daß ich mich mit dem polnischen Schlößchen bis auf die Knochen blamiert habe.“
„Wieso sollten Sie sich blamiert haben?“ fragte Marion, die plötzlich wieder frei und leicht atmen konnte.
Rumpf lachte laut.„Ja“, rief er aus,„wahrhaftig, bis auf die Knochen habe ich mich blamiert. Man kann darüber nur lachen. Wissen Sie, Marion, was aus unserem herrlichen Schlößchen ge- worden ist? Nun, die Mäuse haben es aufgefressen, Hahaha!“
Auch Marion lachte auf.„Die Mäuse?“ rief sie aus.„Die Mäuse?“ Sie fühlte sich plötzlich frei und leicht, daß sie Lust hatte aufzuspringen. Zum erstenmal war ihr der Mann mit den roten Haaren sympathisch. Der bittere Kelch war noch einmal an ihr vorübergegangen.
Rumpf fuhr fort, belustigt zu lachen.„Ja, es ist wirklich ein gelungener Scherz“, rief er aus.„Natürlich haben die Mäuse das seizende Schlößchen nicht völlig aufgefressen, es steht heute noch genau so entzückend da. Ich habe einen Architekten zur Untersuchung hingeschickt, und er fand, daß das Schlößchen nicht mehr bewohnbar ist. Die Mäuse, ganz bestimmte polnische Mäuse haben sämtliche Balken zerfressen, die Fußböden, die
Decken, den Dachstuhl, die Treppen, alles. Das Schlößchen kann Jederzeit in sich zusammenstürzen, es war seit zehn Jahren nicht mehr bewohnt.“ Marion konnte nicht lange und herzlich genug über die Mäuse N Jıchen. eilen?„Ich freue mich, daß auch Sie die Sache nicht tragisch nehmen,
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so wenig wie ich“, sagte Rumpf.„Ich werde etwas anderes, Besseres finden müssen“, fügte er hinzu, während er aufstand, etwas weitaus Besseres! Nebenbei bemerkt, diese polnischen Bauern hätten Sie zu Tode gelangweilt. Es wäre an und für sich nicht das Richtige für Sie gewesen. Aber, so leid es mir auch Aut, ich muß jetzt aufbrechen, schöne Marion.“
‚Rumpf trat rasch an die Wand und nahm die Mutter Gottes im malachitgrünen Mantel vom Haken.„Da, nehmen Sie, ‚ Marion“, rief er, indem er Marion die leichte Holztafel aufdrängte,
f„sie gefiel Ihnen doch so gut. Ich bitte Sie herzlich, ich bin wirk- Ich sehr eilig.“
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