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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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regungslos, während er eine Virginia nach der andern rauchte. So hatte er zur Verzweiflung Rettas drei Tage gesessen, bevor er sich entschloß, zu seinem Bruder zu fahren.

Heute aber warf er die letzte Virginia halb geraucht auf den Boden, legte Hut und Mantel ab und zog den Rock aus. Er ging in die Küche und verlangte Schaufel und Besen. ,, Koche einen starken Grog, Retta", sagte er, ,, und heize tüchtig ein. Wir fangen an!"

die tiefe, zornig cher Ruhe geben sechs Uhr morg verabschiedete

Retta lieẞ still die Tränen über ihre hageren Backen laufen, während sie Feuer machte, zeigen durfte sie es nicht, sonst wurde der Professor böse. Endlich also schien er wieder zur Vernunft zu kommen!

Schule. Am Nachmit Besuch. Wolfga

Beate schüttelte

er sogar in seine und Retta muf Kuchen zu hole

Wolfgang fegte den Schutt zusammen und warf ihn.durch das Fenster in den Garten. Einzelne Stücke nahm er sorgfältig auf und legte sie auf ein Fensterbrett: einen Fuß, ein Stück Schulter, ein Ohr. Die Trümmer des zerschlagenen ,, Kettensprengers" legte er in eine Ecke, dann richtete er das Eisengerüst der zer­trümmerten Figur auf und begann zu biegen und zu hämmern, daß er schwitzte. Nachts um zwei Uhr stand er noch auf einer Leiter und bürstete Wände und Decke ab. Das Atelier sah aus, als ob zehn Tüncher an der Arbeit wären. Dann trank er den letzten Grog. Das war der Anfang!

Herr Gleich

wieder gekräfti können, Profess

Wolfgang ni r voller Zuver natürlich zu En meiner Liebling wird auch mein Frau Beate a versprachen Si Freund", began hoffe aber nun,

der

Wolfgang ni mir helfen, wi

dachte er. Sie

Am nächsten Morgen mußte Retta scheuern und fegen, wäh­rend Wolfgang in die Stadt fuhr. Am Nachmittag stand er wieder auf der Leiter, um Wände und Decken zu streichen. Er brauchte keine Handwerker. Einige Stunden blieb er jetzt täg lich in der Stadt, es kamen Pakete mit Wäsche, Schuhen, An­zügen, Kragen. Und eines Tages beobachtete Retta, daß seine Zähne wieder in Ordnung waren. Die neuen Zähne gefielen ihr besser als die alten, aber sie hütete sich, davon zu sprechen. Von diesem Augenblick an war Wolfgang wieder ganz alte. Er pfiff, sang und polterte in seinem Atelier, ganz wie in früheren Zeiten. Zum erstenmal hörte Retta nach langen Zeiten wieder das Telefon klingeln. Lehrer Gleichen kam zum Abend­essen, sie mußte Hühner braten, und die beiden Herren tranken die ganze Nacht hindurch und debattierten so laut, daß man es bis auf die Straße hören konnte. Die ganze Nacht vernahm sie

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der Zukunft ha

chaft erwärm

Schultern mit Freude sein, Ih

Aufgabe ist nic

ich noch etwas prechen, nicht

Ich werde

Beim Kaffee Wolfgang sollt m Wagen mit

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