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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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,, Schade, daß er nicht vergiftet ist!" sagte Mamuschka mit stockendem Atem. Sie flüsterte vor Erregung und führte den Dolch nahe an ihre kurzsichtigen Augen, um ihn genau zu be­trachten. ,, Scharf genug ist er!" flüsterte sie, und ihre Augen glühten vor Haß. ,, Damit stichst du hart zu, wenn dir einer der Ruchlosen zu nahe kommt, hörst du, Marion, das schwörst du mir!" Und Marion beschwor es. ,, Wenn sie dich dann töten, so ist es dein Schicksal, das dir Gott bestimmte, aber es ist besser tot zu sein, als seine Ehre zu verlieren." Die bejahrte Jüdin haẞte die ,, Ruchlosen" nicht erst, seit sie die Juden verfolgten, sie haßte sie von Anfang an mit einem tödlichen Haß, der wie eine glühende Kohle in ihrem Herzen brannte. Sie brauchte nur an sie zu denken, und augenblicklich begann die Kohle in ihrem Herzen zu glühen. ,, Hütet euch, Gott wird euch zertreten wie Gewürm, ihr Ruchlosen!" Ihr Gesicht verzerrte sich vor Ab­scheu, wenn sie nur einen braunen Parteisoldaten auf der Straße sah. Sie hatte ihrem Gott auch geschworen, jeden zu töten, der Marion etwas zuleide tun sollte, mochte man sie dann auch in Stücke zerhacken! Mamuschka mordete hundertfach in Ge­danken, jeden Tag, tausendfach, und doch konnte sie nicht ein­mal einem Huhn den Hals umdrehen.

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Marion war entschlossen, ihre Ehre bis zum letzten Atemzug zu verteidigen, sie hatte es nicht nötig, es erst zu beschwören. Es war selbstverständlich für sie, auch nicht eine Sekunde würde sie zögern, wenn es nötig sein sollte. Hoffentlich aber würde es nie nötig werden, Gott helfe ihr! Sie konnte keiner Fliege etwas zuleide tun.

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Den Dolch trug sie in ihrem Rock, rechts an der Hüfte. Sie hatte es geübt, rasch nach dem Dolch zu greifen und ihn blitz­schnell zu ziehen. Mamuschka war bei der Übung zugegen ge­wesen, und erst beim dritten Versuch war sie zufriedengestellt. Marion zog den Dolch so blitzartig und stieß ihn so rasend in die Luft, daß in Wahrheit niemand imstande war, sich ihr zu nähern.

,, Sehr gut! Der steht nicht mehr auf!" lobte die Pflegemutter mit fanatisch funkelnden Augen, als sie Marions verwegene Ent­schlossenheit sah. ,, Nur ein Wahnsinniger kann es wagen, dir

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