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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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wurden alle Handwerker, Maurer, Zimmerleute, Tischler, die am Bau des Betsaals, den der Gauleiter als eine Provokation er­klärte, mitgearbeitet hatten, dazu alle Lieferanten von Material, soweit sie nicht zur Partei gehörten. Der Geheimen Staatspolizei schienen selbst die unbedeutendsten und lächerlichsten Einzel­heiten bekannt zu sein, es war einfach erschreckend.

Die Bürger der Stadt waren völlig eingeschüchtert. Sie wagten kaum noch ihrem besten Freund etwas anzuvertrauen, da sie nicht wußten, ob er nicht im Dienste der Gestapo stand. Fortan verstummten sie und ein unheimliches Schweigen herrschte in der früher so heiteren Stadt. Man mißtraute Dienst­boten, Handwerkern, Lieferanten, aller Welt. Der einzige, der noch den Mut zur Offenheit hatte, war der ,, Unbekannte Soldat" in seinen anonymen Briefen.

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Hütet euch vor den Spitzeln! schrieb er. Hütet euch vor Rittmeister Möhn, aus der Armee wegen übler Weibergeschich­ten ausgestoßen. Er leitete den Pogrom beim Brand der Synagoge. Hütet euch vor dem langen Schilling, dem heutigen Chef der hiesigen Gestapo , er führte die Aktion gegen den Betsaal im Weberviertel, hütet euch vor dem ,, Brillenputzer" Orlowski, dem Chef aller Spitzel! Er nannte noch viele andere Namen.

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Wer war dieser ,, Brillenputzer" Orlowski? Es war ein früherer Gerichtsvollzieher, der wegen Trunksucht den Dienst verlassen mußte. Nun saß er elegant gekleidet jeden Abend in den Wirtshäusern und Weinstuben, putzte seine Brille und trank, bis er nur noch lallen konnte. Die Gäste schwiegen, sobald er ein­trat. Er verkehrte in den ersten Häusern, war gut befreundet mit der Baronin von Thünen, bei der er sich häufig zum Tee ein­stellte, und fehlte auch selten in Clotildes Salon.

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Als Gauleiter Rumpf am nächsten Tage in der Liste der Ver­hafteten den Namen Fahle las, bekam er einen Wutanfall, und Rittmeister Möhn, der ihm die Liste überreichte, befürchtete zum erstenmal, von ihm niedergeschlagen zu werden.

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,, Man kann doch einen weltberühmten Gelehrten wie Sanitäts­rat Fahle nicht einfach verhaften wie jeden beliebigen Juden­bengel!" tobte er. ,, Haben Sie denn keine Augen im Kopf? Ich werde diesen Idioten Schilling einfach an die Wand stellen lassen,

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