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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Geifer floß aus seinem verzerrten Mund. Er blickte Wolfgang mit blicklosen, blutunterlaufenen Augen an, und dabei bewegte er unausgesetzt die nackten, schmutzbedeckten Füße und ver­suchte vergebens, mit den Zehen den Boden zu erreichen.

,, Oho, du hängst ja noch immer da!" schrie der Posten und lachte roh. ,, Es ist wohl schon etwas kalt in der Nacht?" Dabei stieß er eine Türe auf und schob Wolfgang in ein enges Zimmer, dicht vor einen Tisch, an dem er einen Mann mit einem schwarzen, krausen Bart gewahrte, der einen Bleistift in der Hand hielt.

,, Heil Hitler !" schrie der Mann mit dem schwarzen krausen Bart und bekam vor Zorn einen purpurroten Schädel. ,, Du weißt wohl nicht, was sich gehört, du Flegel?"

Wolfgang fühlte, daß sein Ohr jetzt groß wie ein Ballon an seinem Kopfe saß. Das Blut stieg ihm ins Gesicht.

,, Ihr könnt mich nicht verhaften und noch Höflichkeiten von mir verlangen!" erwiderte er kurz angebunden.

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, Wie?" brüllte der Mann und sein purpurroter Schädel kam rasch näher. ,, Komm herein, Willi!" Ein untersetzter Mann in einem grauweißen Sträflingskittel trat ins Zimmer. Er sah blaẞ aus und hatte eine spitze schiefstehende Nase.

,, Man muß diesem Lümmel gute Manieren beibringen, Willi!" rief der Mann mit dem schwarzen krausen Bart.

Der Untersetzte im Sträflingskittel trat an Wolfgang heran und blickte ihn von unten herauf mit schielenden Augen an. In der gleichen Sekunde bewegte er den Arm und versetzte Wolf­gang einen furchtbaren Hieb gegen das Kinn.

Wolfgang stürzte wie ein Klotz zu Boden.

XX

An dem Abend, da der neue jüdische Betsaal abbrannte, wur­den über hundert Juden verhaftet, viele andere waren geflohen oder hatten sich verborgen. Unter den auf dem Marktplatz Ver­hafteten befand sich auch Sanitätsrat Fahle. Festgenommen

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