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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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London und in der Welt, lebt wohl! Ich werde nicht mehr den Mut haben, euch wieder unter die Augen zu treten. Ein Fluch hat mich getroffen, wie sollt ihr das verstehen? Ein Fluch traf mich und das deutsche Volk! Das deutsche Volk schenkte Hoch­staplern und Lügnern sein Vertrauen, weil die Mächtigen und Reichen des Landes an sie glaubten. Das war seine Schuld! Sagt selbst, wem sollte der Mann der Straße, der nicht mehr besaß als ein Hemd, mißtrauen, wenn die Mächtigen und Reichen des Landes, die etwas zu verlieren hatten, ihm ihren Glauben schenkten? Das ist der Fluch, der mich traf. Meine Freunde in Paris und London und in der ganzen Welt, die ihr einsichtig seid, ihr könnt mich bedauern, aber meine Trauer werdet ihr nicht verstehen. Lebt wohl, lebt für immer wohl!

Die Dämmerung war nun schwer auf die Stadt herabgesunken, so schwer wie die Trauer auf Wolfgangs Herz, vom Fluẞ her kroch Nebel durch die Straßen und hüllte alles in leichten Dunst. Wolfgang befand sich in der Nähe des Rathauses und sah ganz unerwartet viele Menschen auf dem Marktplatz stehen, auffallend viele braune Parteisoldaten darunter, die irgend etwas Interessantes zu betrachten schienen. Die meisten hatten be­lustigte Gesichter, und viele lachten auch vergnügt und heiter. Wolfgang, von Natur neugierig, trat näher. Was in aller Welt mochte es hier Interessantes zu sehen geben?

Im ersten Augenblick war er nahe daran, selbst aufzulachen. Auf dem Marktplatz schienen Betrunkene zu tanzen und herumzutorkeln. Aber es waren keine Betrunkenen, es waren schattenhafte Gestalten, die mit langen Besen den Marktplatz fegten. Vor dem Rathaus hielt ein Auto, und seine Scheinwerfer projizierten die Schatten zum Teil riesengroß auf die Wände der Häuser. Es waren in der Tat phantastische und groteske Bilder, über die man hellauf lachen konnte. Als aber Wolfgang näher hinblickte, da sah er, daß einzelne der Straßenkehrer und der Schattenfiguren Zylinderhüte trugen. Schon aber wurde er stutzig und trat einige Schritte näher. Straßenkehrer und Zylinderhüte? Es war ein phantastischer und erschreckender Anblick. Da sah er, daß es Juden waren! Ja, ohne Zweifel, es waren Juden, und das erregte Geplapper der Menge klärte ihn

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