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grölender Landsknechte durch die Straßen. In der ganzen Stadt klirrte und splitterte es. Ungezählte Fenster gingen in Scherben, die sämtlichen Auslagescheiben der jüdischen Firmen wurden zerschmettert. Die wirklich herrlichen Verkaufsräume des Juweliers Nicolai zertrümmerte man völlig. Die zerschlagenen Spiegelscheiben bedeckten wie dicke Platten von Eis den Bürgersteig. Wer hatte denn gewußt, daß Nicolai Jude war? Hatte er nicht das Hakenkreuz aus Brillanten, Frau Cäcilie Sch. gehörig, ausgestellt und den Barockschrank des Kaufmanns Modersohn? Nicolai war in einer Nacht ein ruinierter Mann! Alle Vitrinen und Schränke hatte man erbrochen und ausgeplündert, Hunderte von Ringen, goldenen Ketten und Uhren gestohlen. Es kam auch Gesindel aus den Vorstädten dazu, die noch das mitnahmen, was die andern übriggelassen hatten. Ähnlich wie Nicolai ging es vielen jüdischen Geschäften. Das Blumengeschäft von Rosental wurde in tausend Fetzen zerschlagen. Auch das Warenhaus der Gebrüder Frenzel hatten die tollgewordenen Banden halb zerstört und ausgeraubt. Fußhoch lagen die Glasscherben um das fünfstöckige Gebäude. Große Ballen und Bündel von Tuchen und Weißzeug hatte man mit Benzin übergossen und angezündet, ganze Wohnungsausstattungen zerschlagen und in die Flammen geworfen. Man sah Vorhänge und Gardinen brennend über die Dächer fliegen, und noch tagelang hing eine angekohlte Ottomane zur Hälfte aus einem der Fenster im obersten Stockwerk. Porzellan, Glaswaren und Spiegel wurden in den Liftschacht hinabgestürzt, daß man das Klirren meilenweit hörte, Teppiche, Läufer aber warf man ganz einfach auf die Straße hinab. Mäntel und Anzüge wurden kurzerhand von den Stangen gerissen und geraubt.
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Auch in die privaten Wohnungen von Juden drangen die entmenschten Horden ein, sie zertrümmerten die Türen mit Beilen und zerschlugen wie Tollwütige Möbel und Geschirr, sie schlitzten sogar die Betten mit Messern auf, so daß die Federn wie Schneeflocken in den Straßen herumwirbelten. Ein Dienstmädchen, das die Habe seiner Herrschaft verteidigen wollte, hatten die braunen Landsknechte einfach niedergestochen, und einen alten Mann, der krank im Bett lag, warfen sie mit dem
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