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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
272
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XVII

Die plötzliche Abreise Charlottes war für Fabian eine sehr unangenehme Überraschung. Er hatte sich an sie gewöhnt und vergaß es ihr nicht, daß sie ihm, ohne daß sie es wußte, über schwere Wochen und Monate seines Lebens hinweggeholfen hatte.

Zu seinem eigenen Erstaunen aber war er im Grunde genommen nicht betrübt, daß sie fortging, er empfand keine tiefere Sehn­sucht und keinen Schmerz. Im Gegenteil, er fühlte sich er­leichtert und befreit. Sie war einer jener Menschen, die man ver­gißt, sobald sie die Türen hinter sich geschlossen haben. Nichts hinterließ sie als die Erinnerung an ihre Schönheit.

Es genügt also keineswegs, nur schön zu sein, dachte er, als er allein bei einem Glas Wein im ,, Stern" saß. Wir lieben ganz andere Eigenschaften in einem Menschen. Wenn er an Christa dachte, so schämte er sich fast, so viele Monate mit einem Wesen vergeudet zu haben, das eine volle Stufe niedriger stand als sie.

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Oft war es ihm nicht leicht gewesen, über ihrer Schönheit die Oberflächlichkeit und Anmaßung zu vergessen, die ihr eigen war. Ihre Schönheit war ihr zum Fluch geworden, so daß sie die Menschen nur mit rein ästhetischen Maßstäben maß und ihre moralischen und geistigen Fähigkeiten überhaupt nicht be­achtete. Man sagt, meine Schönheit behext die Männer, man sagt, mein Lachen kann Tote erwecken, diese Aussprüche Char­lottes gingen ihm durch den Sinn.

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Ihre Schönheit war für sie der Mittelpunkt der Welt ge­worden, um den sich alles drehen mußte, und ihr heißester Wunsch war es, angebetet und vergöttert zu werden. Ein Mann mußte ihr Sklave und Diener sein, er durfte nur sie sehen, und die Aufgabe seines Lebens war es, sie zu verherrlichen.

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Er dachte auch an den Hochmut, mit dem sie über Frauen urteilte, die sie für gewöhnlich keiner Beachtung wert fand Wie oft hatte er ihre Überheblichkeit heftig verurteilt. Heute mußte er über ihre hochmütigen Bemerkungen lachen. Wenn eine vollbusige Dame vorüberging, pflegte sie zu sagen: wenm

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