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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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groß auf, ihr Lächeln veränderte sich, es wurde lebendiger, be­seelter, manchmal erschien es voller Liebe. Auch ihr Lachen veränderte sich, es wurde heller, sieghafter, oft aber klang es auch gemacht und künstlich. Die bewundernden Blicke schwärme­rischer Frauen aber übersah sie völlig. Sie existierten für sie über­haupt nicht.

Eines Tages aber, ganz plötzlich, war alles zu Ende.

Der lange Vogelsberger mit seinem weizenblonden Haarschopf erschien, als sie im ,, Stern" zu Mittag speisten und sagte: ,, Ich habe die Ehre, gnädige Frau, Ihnen mitzuteilen, daß morgen vormittag um elf Uhr ein Flugzeug für Sie bereitsteht."

Charlotte erblaßte. ,, Ein Flugzeug?" hauchte sie.

,, Der Gauleiter hat Sie mit dem Flugzeug hierherfliegen lassen", fuhr Vogelsberger in seiner schwarzen Parteiuniform mit der gleichen Höflichkeit lächelnd fort ,,, und er hält es für seine Schuldigkeit, Sie wieder mit dem Flugzeug nach Hause zurückzubringen. Und zwar hat er mir den ehrenvollen Auftrag erteilt, Sie bis Wien zu begleiten und Sie auf dem Wiener Flug­platz abzusetzen. Das ist mein Befehl."

Charlottes Blicke flackerten. Sie sah noch immer blaẞ aus. Und wenn ich mich weigere, das Flugzeug zu benutzen?" fragte sie.

Vogelsberger verschlug es vor Erstaunen die Rede. Lächelnd blickte er Charlotte an. Seine Bewunderung für sie war grenzen­los. Er gehörte zu den wenigen Menschen, die sie damals bei der Geburtstagsfeier des Gauleiters auf dem Mahagonitisch nackt tanzen sahen. Sie trug lediglich ein winziges Schleierhöschen, und der Anblick war so verwirrend, daß er ihn sein ganzes Leben nicht vergessen würde. Daran dachte er jetzt.

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Er blickte noch immer lächelnd auf Charlotte, als er sagte: Als Ihr Freund und Verehrer würde ich Ihnen raten, es nicht Zu versuchen. Sie wissen, daß ich es gut mit Ihnen meine. Also gut! Pünktlich einhalb elf Uhr morgens werde ich vor dem Hotel sein und Sie abholen." Und Vogelsberger klappte mit den Absätzen und ging.

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