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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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In gehobener Stimmung begab er sich um ein Uhr hinunter in die Speiseräume des Hotels. Er trug seine Uniform mit den Abzeichen eines Obersturmführers.

Sie dinierten zu dritt in einem kleinen Zimmer desStern, der Gauleiter, die schöne Charlotte und er. Roßmeier ver- neigte sich voller Ehrfurcht vor ihm, daß er sogar die Hörner auf seiner Glatze deutlich sehen konnte. Der Gauleiter be- absichtigte, die Stadt am nächsten Tag auf längere Zeit zu ver- lassen.

Charlotte trug natürlich den Ring mit dem kostbaren Stein, den sie gestern abend auf den Boden geworfen hatte, auch die originelle silberne Zigarettenspitze mit der eingravierten Wid- mung:Dem blühenden Leben gebrauchte sie später. Sie plauderte und lachte wie immer, aber es machte den Eindruck, als ob Rumpf, der sehr geistesabwesend war, ihr nicht die sonstige Aufmerksamkeit schenke.

Fabians apathische Stimmung verlor sich rasch während des kurzen Diners und er wurde bald sogar recht guter Laune.

Nehmen Sie sich der jungen Schönheit etwas an, mein lieber Freund, sagte Rumpf zu Fabian. Freund nannte er ihn!

Wir werden gewiß gute Freunde werden! erwiderte Char- lotte und warf Fabian einen Blick aus ihren schönen Augen zu, der von einem verführerischen Lächeln begleitet war.

Das wird mich von ganzem Herzen freuen, lachte der Gau- leiter,eine schöne Frau darf sich nie langweilen.

Plötzlich hatte er es sehr eilig. Er befahl, Roßmeier zu rufen. Sie haben da neulich einen alten Sekt gehabt, sagte er zu ihm, mit einer goldenen Kapsel, der war ganz vorzüglich. Bringen Sie uns eine Flasche, wir wollen sie zum Abschied trinken.

Roßmeier verneigte sich geschmeichelt, und Rumpf erklärte ihm lachend, daß die Hörner auf seinem Kopf in der Tat um einen Zentimeter gewachsen seien.

Gleich darauf verabschiedete er sich.

Als Fabian nach dem Mittagessen die Treppe emporstieg, sah er vor seinem Zimmer zwei junge Leute stehen. Es waren An- gehörige der Hitlerjugend oder sonst etwas Ähnliches. Sobald er sich näherte, nahmen sie augenblicklich militärische Haltung

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