Charlotte schlug die herrlichen Augen gegen ihn auf.„Ich liebe Schmeicheleien!“ sagte sie und lächelte.„Aber nun bitte ich Sie, Platz zu nehmen. Ich darf Ihnen ein Glas Sekt eingießen? Sie wissen nicht, wie dankbar ich Ihnen bin, daß Sie mir über diesen Abend hinweghelfen. Trinken wir auf gute Freund- schaft!“
Fabian verneigte sich.„Auf gute Freundschaft!“
Charlotte ließ sich in einem der breiten hellblauen Sessel nieder, in dem man mehr lag als saß. Sie hatte Zigarren und Zigaretten auf den Tisch gestellt und zündete sich selbst eine Zigarette an. Fabian möge ruhig seine Wünsche äußern, Liköre, Mokka, Whisky, was er wolle.
„Ja“, begann Charlotte dann und stieß den Rauch ihrer Zigarette durch die Nase,„ich kann Ihnen nicht genug danken, daß Sie mir Gesellschaft leisten. Sehen Sie all diese Koffer hier? Nun, ich werde vorläufig nicht nach Einstetten zurückkehren, verstehen Sie? Mein Besuch in der ‚Burg ‘ ist zu Ende. Der Gauleiter war sehr huldvoll zu mir. Sehen Sie diesen herrlichen Ring! Es ist ein zweikarätiger Brillant. Und dann hier, haben Sie je solch eine originelle Zigarettenspitze gesehen? Auf dem silbernen Band ist eingraviert: ‚Dem blühenden Leben!‘ Das ist natürlich ein Scherz, meine Wiener Theaterkollegen haben mir diesen Spitznamen gegeben, hahaha. Ein Mensch mit mehr Ver- stand würde glücklich sein. Aber ich bin es nicht. Ein dummer Mensch kann nicht glücklich sein, behaupte ich, die törichten Gedanken haben zu große Macht über ihn. Ein geistvoller Mensch wird heiter, wenn er Sekt trinkt, aber ein dummer wird nur noch trauriger. Sie wissen, daß Graf Dosse tot ist?“
Fabian nickte.„Ja“, sagte er voller Anteilnahme.„Ich schätzte ihn sehr.“
„Der arme Alexander, er mußte früh sein Leben lassen“, fuhr Charlotte fort,„es ist jetzt über vier Monate her, und ich habe mich schon etwas beruhigt. In den ersten Tagen konnte ich es gar nicht fassen! Sie können nicht ahnen, wie mir zumute war, als mir der Gauleiter ein Telegramm auf den Tisch legte: Graf Dosse in München bei einem Autozusammenstoß schwer ver- unglückt.“
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