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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Der Hotelier nahm Platz und strich sich die dünnen Haare über die Höcker seines Schädels. ,, Danke", sagte er.

,, Sie sind ja heute so prächtig aufgelegt, Roßmeier?" fragte Fabian. ,, Er hat wohl endlich bezahlt?"

Der Wirt schüttelte den Kopf. ,, Nein, er hat noch immer nicht bezahlt und meine Hypothekenzinsen sind fällig", erwiderte er. Aber ich mache mir keine Sorgen mehr."

,, Nun sehen Sie, was sagte ich?"

,, Ich betrachte jetzt alles von einer höheren Warte, wie Sie es mir rieten", fuhr Roßmeier fort. ,, Es geht ja nun wirklich um höhere Dinge! Die Banken leihen mir Geld, soviel ich haben will, und Rittmeister Möhn fragte bei mir an, ob ich Hotels in Karlsbad und Marienbad übernehmen will?"

,, In Karlsbad und Marienbad?"

Ja. Alle jüdischen Hotels sollen enteignet werden, und ich soll nächste Woche hinfahren, um mir ein Dutzend Kisten voll Silber und Kristall abzuholen. Der Gauleiter will mir einen Schein ausstellen, sie wissen ja, in den letzten Jahren wurde viel zerbrochen und gestohlen."

IX

Der April ging rasch zu Ende und mancherlei Vorbereitungen waren für den ersten Mai zu treffen. Denn den ersten Mai, der seit Jahren ein Feiertag der Arbeiter war, hatte man in einen hohen Festtag der Partei umgewandelt.

Die Wirtshäuser und Gasthöfe waren bis spät in der Nacht geöffnet, und schon am Abend erschienen einzelne Fahnen an den Fenstern. Am Morgen des großen Tages aber war die ganze Stadt mit Hakenkreuzfahnen wie übersät! In der Wilhelm­straße hingen aus jeder Etage unzählige Flaggen, darunter ganz lange, die bis aufs Pflaster herabreichten, eine zum Beispiel hing aus dem Fenster von Justizrat Schwabach. Die Block warte hat­ten den Befehl, besonders darauf zu achten und alle zu melden, die nicht flaggten. Man hatte natürlich keine Lust, auf die

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