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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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möglich wäre, dieses bezaubernde Wesen an sich zu fesseln. Daß es nicht leicht sein würde, sie zu gewinnen, das wußte er vom ersten Augenblick an. Er liebte ihr freimütiges Wesen, ihren Takt, ihre Unbekümmertheit und besonders ihr erfrischendes Lachen. Es handelte sich vorläufig darum, sie öfter sehen zu kön­nen, sie erschien ihm wie eine italienische Madonna. Nun zeigte ihm der Zufall einen Weg. ,, Einen Augenblick", wiederholte er und trat ans Fenster, um sich eine Zigarette anzuzünden. Er wandte sich um und sagte: ,, Ich habe den Auftrag, im nächsten Sommer nach Italien zu gehen. Nun denke ich, es wäre glänzend, wenn Sie mir bis dahin die Anfangsgründe des Italienischen bei­brächten? Nur ein paar Worte, man steht sonst so blöde da. Wollen Sie sich die Mühe geben? Jede Woche eine Stunde? Ich wäre Ihnen sehr dankbar, Fräulein Fahle."

Marion blickte ihn mit hilfloser Miene an. Sie konnte seinen Vorschlag unmöglich annehmen, war aber völlig ratlos, wie sie ihre Weigerung aussprechen sollte.

Rumpf lachte. ,, Weshalb zögern Sie!" sagte er. ,, Haben Sie Angst vor mir? Das wäre ja lächerlich. Ich werde Ihnen stets die Achtung entgegenbringen, die ich Ihnen schuldig bin. Ich kenne Sie ja, Fräulein Fahle, und ich kenne auch Ihren Vater." Marion errötete. Ihren Vater? In diesem Augenblick wußte sie, was ihre Pflicht war. Sie nickte.

,, Schön!" erwiderte sie. ,, Wir können es ja versuchen."

Die dunkelblauen Augen Rumpfs glänzten zufrieden. Er drückte ihr die Hand. ,, Ich danke Ihnen", sagte er. ,, Sie werden Ihr ganzes pädagogisches Genie entfalten müssen, denn Sie be­kommen einen Schüler, der nie Zeit hat. Beginnen wir heute in acht Tagen zur selben Zeit? Schön! Und nun werden wir uns noch ein Likörchen genehmigen, wie?"

Sie plauderten noch eine Weile über den Tennisklub und andere sportliche Verbände in der Stadt.

,, Glauben Sie nur nicht, daß ich Sie aushorchen will", lachte Rumpf. ,, Dafür habe ich meine Leute."

Dann klingelte das Telefon und Marion erhob sich.

,, Leider ist meine Zeit abgelaufen", sagte der Gauleiter. ,, Sie müssen mich entschuldigen!"

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