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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Engel aus dem heiteren Gewölk herabstießen gegen die Menge von Aposteln und Gläubigen, die auf der Erde zurückblieb. Es war der Kunst des italienischen Malers gelungen, die Decke un­endlich hoch erscheinen zu lassen, sie schien sich im Himmel zu verlieren.

Ein sternförmiges Parkett aus hellen und dunklen Hölzern bildete den Fußboden. An den Wänden befanden sich Reihen von roten Prunksesseln, zwischen denen sich Engel erhoben, alle in Grau und Gold. Dazwischen standen in Abständen nüchterne und häßliche Heizkörper. Marion erinnert sich, daß man seiner­zeit in der Stadt erzählte, die Heizung, die der Gauleiter in das Palais einbauen ließ, habe über eine Million Mark gekostet.

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Am Ende dieses Saales, ganz am Rande des sternförmigen Parketts, stand ein großer Schreibtisch, und davor saß schreibend ein untersetzter Mann mit rötlichem Scheitel und rötlichem Backenbart. Das war der Gauleiter, die Kinder in ihrer Schule nannten ihn den ,, Wolf". Marion erkannte ihn wieder, obschon man ihn ihr nur ein einziges Mal flüchtig gezeigt hatte. Der Wolf" schrieb ohne aufzusehen und hatte sich auch kaum be­wegt, als sie eintrat.

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Sie saẞ regungslos auf ihrem Stuhl neben der Türe, in der ge­duldigen Haltung einer Dame, die sich an ihre gute Erziehung erinnert, und wartete. Ein Engel des Deckengemäldes, der aus einer gelben Wolke direkt auf sie herabzustoßen schien, während er mit vollen Backen in die Posaune blies, fesselte lange ihre Auf­merksamkeit, und seine aufgeblasenen Wangen, die rot gefärbt waren, belustigten sie sogar. Jede einzelne Gestalt des Gemäldes beschäftigte ihre Phantasie, so daß sie zuweilen vergaß, daß sie wartete. Wie aber konnte der untersetzte Mann mit dem röt­lichen Scheitel sich unter all den vielen Engeln und Heiligen wohlfühlen? ging es ihr durch den Sinn.

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Der Gauleiter jedoch schien unter ihnen ganz zu Hause zu sein. Am Anfang, als er seinen Arbeitssaal bezog, fühlte er sich noch häufig zu einem Scherz angeregt, den er einige Tage wiederholte. Damals pflegte er zu sagen: ,, Die vielen Engel und Heiligen stören mich längst nicht mehr, und ich hoffe, auch sie haben sich an mich gewöhnt, wenn es ihnen auch etwas schwer­

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