Clotilde hatte allen Grund, mit ihren Erfolgen zufrieden zu sein. Schon war Taubenhaus auf sie aufmerksam geworden. Er hatte in einer Gesellschaft geäußert, er begreife nicht, wie man sich von einer geistig so bedeutenden Frau scheiden lassen könne?
Die beiden Damen, Clotilde und die Baronin, triumphierten. Sie genossen ihren Tee in Clotildes geschmackvollem Salon und plauderten. Die Baronin ließ ihre Ringe funkeln und kokettierte mit ihren schmalen Händen, während sie sich an schönen Worten berauschte. ,, Freuen wir uns, meine Teure", sagte sie ,, genießen wir die Genugtuung, zu den Pionieren zu gehören, die am geistigen Aufbau des neuen Reiches mitarbeiten."
Clotilde hatte sich ein Buch angelegt, in dem die Titel und Themen künftiger Vorträge verzeichnet waren. Diese Reihe war endlos. Das Nibelungenlied, das Reich Karls des Großen, die Bedeutung Friedrichs des Großen, unsterbliche deutsche Heerführer, es nahm kein Ende.
Viel schwieriger war es, die geeigneten Redner zu finden. Ihr gesellschaftlicher Ruf mußte ohne jeden Tadel sein und ihr nationaler Sinn so ausgeprägt, daß man sie für würdig hielt, in Clotildes Salon zu sprechen.
Auch Oberst von Thünen stand schon lange auf der Rednerliste. Er wollte über die Schlacht von Verdun sprechen, in der er schwer verwundet worden war. ,, Die Helden des Forts Douaumont", unter diesem Titel war sein Vortrag eingetragen.
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Roßmeier, der Hotelier des ,, Stern", behielt tatsächlich recht. Taubenhaus erzählte es Fabian: der Gauleiter hatte den Entschluß gefaßt, in die Stadt zu übersiedeln. Er werde seine Geschäftsräume im bischöflichen Palais haben, in der ,, Burg " von Einstetten aber Wohnung nehmen.
Wieder fuhren die schnellen Autos am ,, Stern" vor, und eine volle Woche lang war das Hotel erfüllt von ungezwungenem Lärm. Der Gauleiter hatte zwei Architekten aus München mit
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