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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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den Absätzen. Sein Ehrgeiz war aufs tiefste verletzt. Er hatte erwartet, der Gauleiter werde ihn in ein wichtiges politisches Gespräch ziehen, das ihm Gelegenheit gab, sein Licht leuchten zu lassen. Doch es gelang ihm, seine Enttäuschung zu verbergen, mehr als das, er fühlte sich in gehobener Stimmung, heute abend schon die Bekanntschaft des hohen Herrn machen zu dürfen.

,, Machen Sie sich fertig", fuhr der Gauleiter fort ,,, es ist meine Gepflogenheit, mich von der Arbeit des Tages bei einer Partie Billard zu erholen. Wir spielen auf fünfzig par le rouge, Sie ver­stehen mich?"

,, Sehr wohl!" Schon waren sie mitten in der Partie.

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Erst jetzt fiel Fabian das völlig neue große Matchbillard auf. Noch vor einigen Wochen hatte er mit diesem Direktor Sanft­leben auf einem alten, abgenützten Billard gespielt, aber Roẞß­meier schien es jetzt wohl nicht mehr gut genug zu sein. Dieser Herr Sanftleben, den zu vertreten heute abend die Ehre hatte, war ein junger Maler, der kürzlich zum Direktor der Kunstschule ernannt worden war. Den früheren Direktor dieses Instituts, einen alten geschätzten Künstler, hatte man kurzer­hand entlassen und Sanftleben, der kaum dreißig Jahre zählte, die Stelle übertragen. Das alles fiel Fabian während der ersten Stöße ein, die ihm mißlangen, da er noch zu erregt war. Er er­innerte sich, daß Wolfgang kürzlich eine boshafte Bemerkung über diesen Direktor Sanftleben gemacht hatte. ,, Schade", scherzte er ,,, daß er nicht so gut malt, wie er Billard spielt. Sie haben sich offenbar getäuscht und wollten ihn zum Direktor einer Billardakademie machen."

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All diese lächerlichen Dinge gingen ihm durch den Kopf, so daß er einen kinderleichten Ball verfehlte. Der Gauleiter lachte, und Fabian nahm sich vor, sich in Zukunft mehr auf das Spiel zu konzentrieren. Wirklich gelang ihm gleich darauf eine Serie von vier Bällen, was bei dieser schwierigen Spielart nicht sehr häufig ist.

Der lange Vogelsberger trat an ihn heran und raunte ihm halblaut ins Ohr, ob er Weißwein, Rotwein oder Sekt wünsche. ,, Sie müssen wissen, daß Kellner nicht ins Zimmer kommen."

Vogelsberger war ein junger Mann von fader Hübschheit und

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