Sie speisten ausgezeichnet, und als der Kellner eine neue Flasche Chablis brachte, fragte Wolfgang: ,, Sage einmal, feierst du ein Fest?"
" Ja", antwortete Fabian lachend. ,, Du weißt noch nicht, daß ich seit vierzehn Tagen im, Stern' wohne? Ich habe mich jetzt endgültig von Clotilde getrennt."
Wolfgang kostete den Chablis auf der Zunge und nickte. Nach einer Weile sagte er: ,, Das ist allerdings ein Grund, ein Fest zu feiern! Du hast das große Talent, begangene Fehler immer wieder gutzumachen. Das ist geradezu auffallend! Den Priester hast du in letzter Stunde vermieden, die Ehe mit Clotilde, von der dir deine Freunde abrieten, löst du wieder auf. Da kann man ja hoffen, daß du deine letzte Liebhaberei, die politische, ebenso eines Tages aufgeben wirst."
,, Meine politische Liebhaberei?" fragte Fabian.
,, Ich sehe nicht mehr darin, sei mir nicht böse. Aber sprechen wir von der armen Clotilde. Du kennst meine Meinung über sie. Sie ist ein Jagdhund, den man auf die Jagd tragen muß. Es fehlt ihr meines Erachtens ein Sinn."
,, Ein Sinn?" Fabian lächelte. ,, Ja, sie hat zu wenig Gemüt."
Vielleicht hatte Wolfgang recht, dachte Fabian, wenn man auch Gemüt gewöhnlich nicht als Sinn bezeichnete. Die beiden Beschimpfungen fielen ihm ein, die er nicht vergessen konnte.
Fabian war von einem neuen Lebenswillen erfüllt. Keine Saumseligkeit, keine Faulheit mehr! Sein neues Leben hatte begonnen, und das alte war abgetan. Vorwärts!
Mit großem Eifer stürzte er sich in seine Geschäfte. Er hatte das Erdgeschoß einer Villa in der Goethestraße bezogen, die sich prächtig für sein Büro Aufbau" eignete. Sie lag wenige Minuten vom Rathaus entfernt in einer mit jungen Kastanien bestandenen Straße. Wochenlang hatte er mit dem Umbau zu tun, einige Wochen mit der Einrichtung, bald aber war er fertig, und dann konnte er mit der Arbeit beginnen.
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Täglich stand sein Dienstauto Punkt neun Uhr vor dem ,, Stern" und man sah ihn zu jeder Stunde des Tages eilig durch die Stadt fahren.
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