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Die Verhandlungen mit den Brüdern Schellhammer waren zur Zeit ins Stocken geraten, das mußte er Frau Beate schonend
beibringen. Die beiden Brüder nahmen plötzlich eine kühle, ab-
lehnende Haltung an. Geduld bildete in derartigen Verhandlun- gen einen starken taktischen Faktor. Zuerst hatten die Brüder eine Abfindungssumme genannt, deren Höhe Fabian über- raschte. Sie wollten kein langes Feilschen, sagten sie. Daraufhin schlug er Frau Beate vor, die Abfindung durch eine Rente zu ergänzen. Sie fand die Lösung vorzüglich, steigerte aber ihre Ansprüche von Tag zu Tag.
„Seien Sie nur nicht zimperlich, mein Freund“, sagte sie. „Keine Gnade mit diesen beiden Spitzbuben, damit sie ihren auf- geblasenen Weibern noch mehr Pelze und Kolliers umhängen können! Nicht einen Heller will ich ihnen schenken. Wenn Millionäre einen Taler bieten, so muß man eine Tonne Gold von ihnen verlangen. Fordern Sie getrost eine Tonne Gold, Sie sind ja nur mein Anwalt und brauchen sich nicht zu schämen. Ich will dann gerne ein Waisenhaus mit hundert Betten stiften, damit sie sehen, daß ich nicht so habgierig bin wie sie und ihre Weiber.“
An den hohen Rentenansprüchen Frau Beates waren die Ver- handlungen vorläufig gescheitert. Ich muß einen neuen Weg suchen, um sie wieder in Fluß zu bringen, dachte er.
Er klingelte.
„Oh, wie lange ich Sie nicht sah!“ rief Christa aus, als sie ihn begrüßte, und wieder flog eine zarte Röte blitzschnell über ihre Wangen. Frau Beate dagegen empfing ihn mit heftigen Vor- würfen.
Fabian versuchte sich lachend zu rechtfertigen.
„Bei mir ist zur Zeit die Hölle los!“ lachte er. Die Verhand- lungen mit den Brüdern seien zur Zeit leider ins Stocken ge- raten, aber sie ließen sich, wie er hoffe, jederzeit wieder auf- nehmen.
„Nein!“ fiel ihm Frau Beate barsch ins Wort. „Die Verhand- lungen sind zu Ende! Es gibt keine Verhandlungen mehr. Ich habe genug, mehr als genug. Treten Sie bitte ein!“
Sie schloß die Türe und bat ihn Platz zu nehmen.


