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Totentanz / Bernhard Kellermann
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Die Türe zum Vorzimmer des Bürgermeisters stand offen, und die Leute kamen, um ihre Zeichnungen einzutragen, die täglich mit voller Namensnennung in den Zeitungen veröffentlicht wurden. ,, Ich bin mit den Zeichnungen zufrieden", sagte Tauben­haus zu einem Pressemann ,,, die erste Million ist erreicht. Ich kenne aber noch viele, die bis heute nicht einen Heller gezeich­net haben, ich warte auf sie. Ich bin unersättlich!"

Ein Kaufmann stiftete einen herrlichen Barockschrank für das Städtische Museum. Der Schrank war eine ganze Woche lang im Juweliergeschäft von Nicolai ausgestellt, mit einer zierlichen Tafel davor: Stiftung des Kaufmanns Modersohn, Flußhafen 18. Der Verschönerungsverein hielt eine Vorstandssitzung in der ,, Kugel" ab, die bis zum frühen Morgen dauerte. Der Historische Verein veranstaltete einen Tagesausflug nach Amselwies, wo der weißhaarige Professor Hall, derselbe, der im Rathaussaal die Rettungsmedaille trug, auf einem mit Unkraut bewachsenen Schutthaufen einen Vortrag über germanische Gräberfunde hielt.

Die Stadt bewegte sich. Schien es nicht, als ob Taubenhaus' mächtiger Atem wie ein Sturmwind in verlöschende Glut ge­blasen hätte?

In allen Kreisen der Stadt, besonders in den Damengesell­schaften, wurde häufig der Name Fabians in Verbindung mit der Aufsehen erregenden Rede genannt. Nun ja, man wußte ja so manches! ,, Dieser Hübsche, Sie wissen doch, der eine Pracht heiratete und ein Anwaltsbüro unterhält. Wenn Sie etwas brau­chen, gehen Sie zu ihm. Der hellste Kopf der Stadt!" An einem der ersten Tage erschien auch schon Frau von Thünen bei Fabian, um ihn zu dem großen Erfolg zu beglückwünschen. ,, Ja, bei Gott, welch ein überraschender, aber durch und durch ge­rechtfertigter Erfolg! Wir sind stolz auf Sie, mein Freund, be­sonders aber Clotilde! Sie wird nicht müde, Ihr Lied zu singen." Fabian wies den Glückwunsch in aller Bescheidenheit zurück.

,, Man weiß ja Bescheid, Verehrtester", versicherte die Baronin lachend und zwinkerte drollig mit ihren kleinen listigen Augen. ,, Es war natürlich Ihre Pflicht und Schuldigkeit, Taubenhaus etwas zu inspirieren, ich weiß es. Er kann ja die Stadt noch gar

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