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Totentanz / Bernhard Kellermann
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Zweifel würde es für die Stadt einen ungeheuren Gewinn be- deuten, einen neuen Marktplatz zu erhalten. Man konnte auf diese Weise den heutigen Rathausplatz prächtig und würdig aus- gestalten. Wolfgangs Narzißbrunnen kam in die Mitte, vor dem Rathaus selbst aber stand, wie in vielen alten deutschen Städten, eine hoheitsvolle Rolandfigur. Wolfgang müßte sie schaffen. Ein herrlicher Auftrag für ihn!

Jeden Tag dichtete er etwas in seinerStadt mit den goldenen Türmen.

Ja, wir werden Taubenhaus schon ein neues Städtchen hin- stellen, triumphierte er, er soll die Augen, nur so aufreißen!

Daneben versäumte Fabian keineswegs seine beruflichen oder gesellschaftlichen Pflichten. Seine Arbeitskraft war erstaunlich. Man konnte kaum durch die Straßen der Stadt gehen, ohne seiner gelben Aktentasche zu begegnen.

Er hielt Besprechungen in seinem Büro ab, diktierte Fräulein Zimmermann stundenlang Schriftsätze, nahm Termine wahr, man sah ihn im Theater, am späten Abend noch und häufig auch nachts war sein Büro noch hell erleuchtet.

Zuweilen kam er auch zu seinem Bruder Wolfgang, der in diesen Wochen fieberhaft an seinemKettensprenger arbeitete, und öfter besuchte er auch Frau Lerche-Schellhammer, um ihr Bericht zu erstatten.

Ich höre, daß die Werke drei neue große Hallen, ganz Glas und Eisen, zu bauen gedenken und vielleicht das Gut von Baron Metz im Norden der Stadt aufkaufen wollen.

Frau Beate lachte:Weiß ich alles, dazu brauche ich doch keinen Anwalt, mein Lieber. Sie lachte Fabian einfach aus.Sie sollen herausfinden, weshalb mich meine Brüder ausbooten wol- len, forderte sie.

Um die Wahrheit zu sagen, machte Fabian diese häufigen Be- suche nur, um Christa wiederzuschen. Er wollte sich darüber klar werden, ob ihr Lächeln und ihre Sprache noch dieselbe starke Macht auf ihn ausübten.

In der Tat, sie taten es. Er fühlte, daß er nahe daran war, sich in Christa Lerche-Schellhammer zu verlieben. Sie plauderten oft ganze Stunden lang und Christa erzählte ihm von ihren Reisen,

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