tische Schrulle für einen Augenblick vergessen können, wenn es sich um eine wissenschaftliche Forschung handelt?“
„Danke, lieber Freund!“ Fahle griff nach Fabians Hand. Mit einem bitteren Lächeln fügte er hinzu:„Vor einigen Jahren hat mir die Universität Cambridge einen Lehrstuhl angeboten. Leider habe ich das Angebot ausgeschlagen. Unser Freund Krüger wollte mich auf keinen Fall gehen lassen und schwor mir, sich zu jeder Zeit wie ein Erzengel schützend vor mich stellen zu wollen, wenn es einmal nötig sein sollte. Wie ein Erzengel! Und heute muß ich darum betteln, einige Stunden in meinem Institut arbei- ten zu dürfen!“
Er brach ab. Wieder war es Marion, die eintrat. Sie entschul- digte sich, es fange an, kühl zu werden und sie müsse die Herren bitten, sofort ins Haus zu kommen.„Als Arzt solltest du weniger leichtsinnig sein, Papa“, schalt sie den Vater. Dann wandte sie sich an Fabian:„Ich hoffe, Sie machen uns die große Freude, mit uns zu Abend zu speisen?‘ fragte sie.
Fabian bedauerte. Er habe halb und halb seinem Bruder den heutigen Abend versprochen.
„Halb und halb?“ rief Marion lachend, während sie ans Tele- fon eilte.„Sie werden sehen, wie rasch ich die andere Hälfte der Zusage erreiche!“ Sofort führte sie ein heiteres Telefongespräch mit Wolfgang, den sie ebenfalls zum Essen einlud. Aber Wolf- gang konnte nicht, er konnte auch heute nicht in den„Stern“ kommen zu seinem Bruder, eine plötzliche Arbeitswut hatte ihn befallen.
Im Augenblick war alles in Ordnung gebracht.
„Nun gibt es kein Hindernis mehr“, rief sie Fabian triumphie- - rend zu, während sie dem Vater behilflich war, sich vom Diwan zu erheben.
„Übrigens werden auch Frau Lerche-Schellhammer und Christa zu Tisch sein. Die Damen nehmen Sie sicher gern in ihrem Wagen mit zur Stadt zurück.“'
Christa? Fabian sah ihr mildes Lächeln vor sich, als er ihren 1 Namen hörte. Er freute sich, sie überraschend wiederzusehen.
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