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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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femten." Er deutete mit seiner weißen, durchsichtigen Hand auf einen Korbsessel an seiner Seite.

Fabian begrüßte ihn mit herzlichen Worten.

Sanitätsrat Fahle nickte. ,, Sie sehen, die Erregungen der letzten Monate haben mich niedergeworfen", fuhr er fort. ,, Heute ver­suchte ich noch ein wenig die letzten Sonnenstrahlen zu ge­

nießen."

Fahle hatte stets das asketische, magere Gesicht eines Menschen gehabt, der zeit seines Lebens geistig arbeitete, heute aber er­weckte er den Eindruck eines leidenden Greises. Sein kurzer grauer Bart schien dünner geworden zu sein und erschien nun fast weiß. Der hohe Schädel war fast völlig kahl, und in seinem abgezehrten Kopf lebten nur noch die dunklen Augen mit den buschigen dunkelgrauen Brauen, die sich beim Sprechen lebhaft bewegten und die blasse Stirn in tiefe Furchen legten. An seiner Rechten trug er wie stets einen mausgrauen Handschuh, um die Verstüm­melungen zu verbergen, die er vor einem Menschenalter bei Ex­perimenten mit Röntgenstrahlen erlitt.

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,, Ich liege hier und denke daran, wie schön das deutsche Land ist", begann er von neuem und richtete die dunklen Augen voller Trauer auf den kleinen Park, wo eine exotische Buche mit rotem Laub stand, als sei sie soeben in Flammen aufgegangen. ,, Können Sie begreifen, wie schwer es ist, nicht mehr dabei zu sein, aus­geschlossen zu sein aus einem Lande, in dem man aufwuchs und siebzig Jahre alt wurde? Können Sie das? Ich sehe vor mir das Gebäude des deutschen Geistes, unsichtbar für die meisten, kristallen und herrlich, vor dem die ganze Kulturwelt Achtung empfand. Ich bin stolz, daß auch ich mit meinen bescheidenen Kräften an diesem Gebäude mitarbeiten durfte! Ich sehe vor mir das Reich der Forscher und Wissenschaftler, das erhabene Reich der Musik, Dichtkunst und Philosophie. Es ist nicht leicht, all die Reiche zu überblicken! Ein ganzes Leben lebte ich in diesen Reichen, und heute bin ich gezwungen, ausschließlich in ihnen zu leben, da ich meine irdische Heimat verloren habe. Können Sie die Befriedigung begreifen, die mich bei dem Gedanken er­faßt, daß man mich aus diesen Reichen nicht vertreiben kann, auch mit Feuerbränden nicht? Können Sie das?" Er schwieg, den

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