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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Am nächsten Morgen frühstückte Fabian mit großer Befriedi- gung im Herzen. Nun wohl, er hatte gehandelt! Es gab natür- lich noch dieses und jenes, womit er nicht einverstanden war, aber er war froh über seine Entschlossenheit. Nur ein Narr konnte in dieser Welt Vollkommenheit erwarten, sagte er sich. Die Interessen seiner Familie und seiner beiden Jungen hatten einen Entschluß von ihm gefordert. In wenigen Wochen hätte man ihm das Büro geschlossen, und dann saß er auf der Straße. Er war aber keineswegs geneigt, wegen einer Formalität seinen Lebensstandard aufzugeben, solange es noch andere Möglich- keiten gab. Das konnte wahrhaftig niemand von ihm verlangen.

Und noch etwas kam dazu, etwas sehr Wesentliches! War er in der Partei, so ließ man ihn in Ruhe, und er brauchte nicht in der Angst zu leben, von den Leuten der Heiligengeistgasse ab- geholt zu werden, wenn es ihnen gerade Vergnügen machte! "An diesem Morgen hielt er sich länger in seinem Büro auf. Er dankte seinen Mitarbeitern und sprach die Hoffnung aus, daß sie ihm auch die Treue bewahren würden, wenn die Arbeit sich ver- doppeln und verdreifachen würde. So ähnlich drückte er sich aus, er schien voller Zuversicht zu sein, und seine Mitarbeiter erblickten in ihm einen Mann, der völlig neugeboren und erfüllt von neuem Mut aus dem Urlaub zurückkehrte.

Ein Rechtspraktikant, der als Volontär mäßig bezahlt war, bat ihn um Gehaltsaufbesserung, sonst müsse er sich um eine andere Stellung bemühen, er habe seine alte Mutter zu erhalten.

Eine andere Stellung? fiel ihm Fabian ins Wort. Und ge- rade jetzt, da die Praxis wieder aufblühen wird? Daraus wird nichts, mein Freund. Er bewilligte dem Volontär seine Bitte und gab ihm sofort den besonderen Auftrag, sich in die Materie Schellhammer gründlich einzuarbeiten. Er brauche eine zuver- lässige Kraft, die in jeder Einzelheit beschlagen sei, er selbst habe ja nicht die Zeit dazu.

Einige Stunden erledigte er die dringendsten Arbeiten in sei- nem Büro, dann bat er Fräulein Zimmermann, ihn mit seinem Bruder Wolfgang in Jakobsbühl zu verbinden.

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