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aus ihren Kindern geworden? Das ist ein sehr wichtiger Gesichtspunkt, und auch daran muß man denken, wenn man einen Entschluß fassen will."
Unterdessen hatte er die ersten Häuser der Stadt erreicht. Erst als er Menschen und Trambahnen erblickte, erwachte er aus seinen Gedanken, die ihn willenlos mit sich fortgetragen hatten. Er wurde gleichsam nüchtern und machte sich Vorwürfe, daß er sich solange bei seinem Bruder aufgehalten hatte. Sein Tagesprogramm war dadurch völlig in Unordnung geraten. Für viele seiner Besuche war es zu spät geworden. Ohne sich lange zu besinnen, beschloß er, Frau Lerche- Schellhammer aufzusuchen, eine langjährige Klientin, die ihm geschrieben hatte, bei ihr in dringender Angelegenheit vorzusprechen, sobald er aus dem Urlaub zurückkäme. Zudem wußte er, daß er bei Frau Beate Lerche- Schellhammer als Freund des Hauses jederzeit willkommen war. Er hatte zu diesem Besuch allerdings noch einen Beweggrund, über den er sich aber kaum vor sich selbst Rechenschaft ablegte.
VIII
Frau Beate Lerche- Schellhammer wohnte mit ihrer Tochter Christa in dem alten Schellhammerschen Haus auf einer Anhöhe neben dem Hofgarten. Jedermann kannte es. Es war ein altmodisch aussehendes, wenig anziehendes breites Gebäude, das sich der alte Schellhammer, der als einfacher Autoschlosser begann, vor fünfzig Jahren erbauen ließ. Der Garten, in dem es lag, war unbedeutend, es war eigentlich nur ein ungepflegter Rasen, auf dem einige Fliederbüsche standen. Sobald sich ein Schritt dem Hause näherte, kam Nero, ein unbehaglich aussehender Bernhardiner aus seiner Hütte hinter dem Hause hervor und strich mit bernsteingelben Augen lautlos am Eisengitter entlang, so daß niemand Lust hatte, lange stehenzubleiben. Wehe, wenn jemand das Gitter berührte! Entfernte sich der Schritt, so verschwand Nero wieder in seine Hütte.
institut für neuere deutsche Literatur
Justus- Liebig- Universität
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