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und ungehobelt, aber die Stadt hatte sich längst an sie gewöhnt. Erst waren es ihrer nur wenige, so daß die Leute sich nach ihnen umblickten, dann wurden ihrer immer mehr und mehr, aber auch an sie gewöhnte man sich. Nur wenn sie in ganzen Rudeln ankamen und mit ihren Sammelbüchsen rasselten, erregten sie noch Aufsehen, und manche Leute, die ihre Groschen schwer verdienten, wichen den rasselnden Büchsen aus. Er selbst hatte stets etwas Kleingeld bereitgehalten— man sollte nicht auf den Gedanken kommen, daß er sich ostentativ abseits halte, nein, es lohnte ja gar nicht der Mühe.
Auch heute im Zug hatte er sie wieder gesehen. Sie nahmen zwei Tische im Speisewagen ein und taten laut und anmaßend. Es waren zumeist junge, frische Leute, die von irgendeiner Tagung kamen, die ihnen neue Impulse einflößte. Manchmal schrien sie untereinander, und dann gingen ihre Blicke keck und heraus- fordernd über die andern Gäste hin. Ohne Zweifel, ihr Selbst- bewußtsein war in den vier Monaten seines Urlaubs über- raschend gestiegen und ihr Machtanspruch auffallend gewachsen. Es sah ganz so aus, als seien sie über Nacht eine Macht im Staate geworden! Oder täuschte er sich?|
Fabian erhob sich und machte einige Schritte durchs Zimmer. Oder täusche ich mich? fragte er sich erneut.
Dann warf er sich wieder in den Sessel und überließ sich von neuem seinen Gedanken. Gut, erst waren es die sozialistischen Parteien, die ihnen nicht behagten, dann die bürgerlichen bis zu den konservativen, aber noch nicht genug, dann waren die Kirchen ihrer Machtgier im_Wege. Sogar hier in der Stadt begannen sie Krieg mit den harmlosen Kapuzinern, die keiner Fliege etwas zuleide tun. Ohne jeden Zweifel hatte die Partei in den vier Monaten weitere und immer weitere Kreise in ihren Ansprüchen gezogen, sie war mächtiger und stärker geworden, unleugbar! Und er hatte geglaubt, sie würde in ein, zwei Jahren abgewirtschaftet haben, wie andere Parteien vor ihr. Fabian lachte still in sich hinein. Welch ein Irrtum, welch ein unbegreif- licher Irrtum! Gottlob, dachte er, bin ich nicht der einzige, der diesen Irrtum beging, es waren viel Klügere darunter, gottlob.
Seine Gedanken verschwammen und die Reisemüdigkeit von
II


