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Kette der Tage : Gedichte aus Dachau / Kupfer-Koberwitz
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. AUF DER FLUCHT ERSCHOSSEN

Viele konnten die Qual nicht mehr tragen, sie warfen ihr Leben weg!- sie schritten hin, wo die Türme ragen,

sie gingen langsam den Weg.-

Sie schritten über die Linie hin, diePostenkette genannt:; - Freiheit durch Tod!- das war längst ihr Sinn, B} sie schauten nach rechts, nach links nicht mehr hin, geradeaus nur, unverwandt.

Es hielt sie niemals einer zurück,

auch die SS ließ sie gehn;-

wir Kameraden senkten den Blick---- vielleicht war der Tod noch einzig das Glück- Wir ließen es stumm geschehn.

Der Posten stand, das Gewehr schußbereit,= rief keinen Kommenden an-

so war es SS -Brauch seit langer Zeit, der Weg aus dem Heut in die Ewigkeit,| frei stand er für jedermann. a.

Wessen Fuß über jene Grenze schritt, die zwischen den Posten lag,% der wußte: mit jedem weiteren Tritt

kommt der Tod und bringt mir die Freiheit mit, kommt mir der Erlösung Tag.: