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Kette der Tage : Gedichte aus Dachau / Kupfer-Koberwitz
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Und der Posten hob langsam das Gewehr, manchmal auch hoben es zwei-

doch der Wanderer schaute gar nicht her, das Herz war ihm leicht und doch so schwer, so schwer wie graues Blei.

Dann bellten die Schüsse über das Land- und manchmal ein Todesschrei;

Der Wanderer sank hin auf den dürren Sand, es zuckte ein wenig noch seine Hand,

und dann war alles vorbei.

HUNGER

Das Brot ist rar, ist unser Gold,:

nehmt alles hin, habt was ihr wollt, wir werden alles geben, denn Brot ist unser Leben!

Was sonst man uns gibt, würd verhungern uns lassen, es hat weder Kraft noch Gehalt,

es macht uns die Wangen verfalln und verblassen und beugt uns des Körpers Gestalt. 2: Das, was uns einzig noch aufrecht hält, ist das Brot, die dreihundert Gramm;- es ist zu wenig, jeder verfällt,

der gestern noch blühend und stramm.-

Und die, die ganz elend und hungrig sind, die flehen in ihrer Not: Kamerad, gib mir ein Stück Brot!- 19