vor einem Verhängnis, das es selbst heraufbeschworen hatte, das es nicht verstand, das ihm unfaẞbar schien. Ich sah Menschen mit offenen Augen und doch blind ins Verderben laufen.
Wenig konnte ich tun. Und doch einiges. Ich, der geflüchtete Häftling, ich, die ich eigentlich die Hilflose war, wurde zum Helfer und Ratgeber.
Volkssturmführer, Bürgermeister, Bauern kamen zu mir, berieten sich mit mir, ob man fliehen oder dableiben sollte, überzeugten sich, ob ich auch wirklich noch da sei, richteten sich nach meinen Vorschlägen. Unser Ort wurde nicht evakuiert, trotzdem der Evakuierungsbefehl gegeben war. Wir beschlossen: wenn die SS zur Evakuierung zwingt, gehen wir widerspruchslos zum nächsten Wald, warten dort ihren Fortzug ab, kehren dann aber zurück. Es wurde beschlossen: der Volkssturm wird rechtzeitig entwaffnet. Einige handfeste, zuverlässige Männer wurden verpflichtet, die schießwütigen Nazis beim Näherrücken der Roten Armee festzusetzen. Die Bauern, deren Gehöfte neben den Viadukten und Brücken lagen, erhielten den Auftrag, sich mit den Sprengkommandos anzufreunden und mit Überredung, unter Einsatz von Speck und Eiern, die Soldaten zum Abzug unter Mitnahme ihrer Sprengladungen zu veranlassen. Für alle Fälle wurden die Keller ausgebaut und wohnlich gemacht.
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Eines Morgens ging das Gerücht, daß die Rote Armee auf 20 Kilometer Entfernung herangerückt sei. Es kam die freudige Nachricht, daß die Anhänger der Parole ,, Kampf bis zum letzten Blutstropfen" ausgerissen seien. Das Militär war ab-. gerückt. Der Volkssturm entwaffnete sich. Der Führer des Volkssturmes schüttelte mir die Hände: ,, Ich glaube, es geht alles gut!" Er fuhr zum Nachbardorf, um dort nach dem Rechten zu sehen.
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