Sorge: Jawohl. Alle in den Monaten August bis Oktober 1941 im Lager eintreffenden russischen Kriegsgefangenen wurden bis auf 1000 Mann vernichtet und verbrannt.
Staatsanwalt: Vernichtet und verbrannt? Wo?
Sorge: In einer speziell erbauten Baracke in der Nähe des Krematoriums auf dem Industriehof.
Staatsanwalt: Und was geschah mit den 1000 Kriegsgefangenen, die am Leben blieben?
Sorge: 400 Mann starben bis April 1942 an Hunger. Staatsanwalt: Und die restlichen 600?
Sorge: Das waren nur noch abgemagerte Skelette. Staatsanwalt: Also kamen schließlich alle sowjetischen Kriegsgefangenen um?
Sorge: Jawohl, man kann von einer restlosen Vernichtung sprechen.
Staatsanwalt: Haben Sie, Angeklagter Sorge, sich an der Erschießung von Holländern beteiligt?
Sorge: Jawohl, ich habe mich beteiligt.
Staatsanwalt: Wieviel Menschen wurden dabei erschossen? Sorge: Nach meiner Schätzung etwa 130. Staatsanwalt: Wann war das?
Sorge: Es geschah in den Morgenstunden des 1. Mai 1942. Staatsanwalt: Bestätigen Sie, Angeklagter Sorge, daß Sie vom Dezember 1941 bis Mai 1942 sich an der Erschießung von Russen, Polen, Franzosen , Holländern und Angehörigen anderer Nationen beteiligt haben?
Sorge: Jawohl, das entspricht den Tatsachen!
Staatsanwalt: Bestätigen Sie Ihre in der Voruntersuchung gemachte Aussage, daß Sie im Jahre 1942 mit einem Kraftwagen 50 bis 60 Schwerkranke beförderten und Sie, Angeklagter Sorge, diese Menschen aus dem Wagen herauswarfen? Als Folge starben 20 Mann!
Sorge: Ich kann die Aussage insofern bestätigen, als ich das getan habe. Wie viele gestorben sind, entzieht sich meiner Kenntnis.
Staatsanwalt: Angeklagter Sorge, erinnern Sie sich an die Aussagen des Zeugen Liesegang. Er sagte aus, daß die Blockführer Ficker und Schubert durch ihre Grausamkeit
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