hat. Er wird aber wohl bald frei kommen, denn Hans Carossa hat sich persönlich bei Goebbels für Goethes Freilassung eingesetzt. Hier in Dachau wäre er wahrscheinlich Revierkapo gewesen oder auch Kapo von der Totenkammer; auf jeden Fall aber sehr prominent! Sicherlich hätte er nicht nur ausgezeichnete Beziehungen zu den Polen unterhalten, sondern auch zu den Kommunisten! Im Umgang mit der SS würde er sehr diplomatisch und zuvorkommend gewesen sein, doch so, daß letzten Endes auch von unserer Seite nichts dagegen einzuwenden wäre.
Und natürlich hätte er Sondererlaubnis, um sein Haar wachsen zu lassen.
Schiller : Verhaftet, weil er in seiner Zeitschrift ,, Horen " ein großes Gedicht ,, Ex oriente lux" publizierte, das man für einen Lobgesang auf die Sowjetunion ansah. Bei seinem Verhör stellte sich heraus, daß Goethe- als Mitredakteur- gegen Aufnahme dieses Gedichtes gewesen war, weil er in ihm einen Angriff auf das Regime seines Fürsten, Karl August, zu sehen meinte.
Schiller hat es hier sehr schwer: Lokomotivenkommando München. Bei seinen Mitgefangenen, für deren Rechte er sich bei jeder Gelegenheit einsetzt, ist er außerordentlich gut angeschrieben; mit den meisten Kapos und den Blockältesten steht er aber auf sehr schlechtem Fuß, so daß er bereits zweimal ,, fünfundzwanzig auf den Arsch" bekommen hat und stets Gefahr läuft ,,, auf Transport" geschickt zu werden. Georg Büchner : Verhaftet, da Kommunist- und wegen Verbreitung illegaler Literatur, unter anderem des Pamphlets ,, Friede den Hütten, Krieg den Palästen". Wurde dann, auf besonderen Befehl von Berlin , hier in Dachau aufgehängt. Abends nach dem Appell veranstalteten seine Mithäftlinge eine geheime Toten- und Erinnerungsfeier für ihn.
Heinrich von Kleist : Verhaftet als Mitarbeiter am Widerstandsverlag( Direktion: Ernst Jünger und Ernst Nikisch) sowie unter Verdacht der Teilnahme an der Verschwörung des 20. Juli. Obwohl er es gut meinte, bekam er in seiner Stube bald mit jedem Streitigkeiten. Eines schönen Tages beging er
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