den Zeitungen gestanden hat, und wer daran interessiert war, daß es nicht darin stand.
Abends
Vielleicht kann Alfredo einige Monate hier im Revier bleiben, als Stubendienst. Er spricht ganz gut Französisch und ist dabei, auch Deutsch zu lernen: aus einer Grammatik, die er stets bei sich trägt.
28. Oktober
Ich will mir die Namen und Arbeiten von noch einigen anderen Schriftstellern notieren, die mir wohl der Mühe wert scheinen und die zu Unrecht wenig bekannt sind, wenigstens in nichtkatholischen Kreisen. Vor allem Theodor Haecker, der unter anderem Kierkegaard bei seinen deutschen Glaubensgenossen einführte, eine prachtvolle Übersetzung von Vergils ,, Bucolica" besorgte und noch vor einigen Jahren ein Buch: ,, Vergil, Vater des Abendlandes" herausgab.
Ferner Reinhold Schneider. Ich las von ihm ein Buch über den portugiesischen Klassiker Camoes . Ob Slauerhof es wohl kannte, als er seinen Roman über Camoes schrieb? Es würde ihn sicherlich sehr interessiert haben!
Warum wird eigentlich auch Schneiders Buch über Wilhelm von Oranien niemals bei uns zitiert, und warum ist es nicht übersetzt?
Beide Autoren sind in unseren Kreisen leider bis heute völlig unbekannt. Andrerseits wissen die meisten Katholiken kaum etwas von einem der neueren amerikanischen oder russischen Schriftsteller.
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Wenn wir uns nach dem Kriege besser kennenlernen und verstehen wollen und das wird wohl wünschenswert und nötig sein, ist dafür meiner Meinung nach eines der besten Mittel die gründlichere Kenntnis der gegenseitigen Literatur.
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