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einige ausländische Schriftsteller, zu seinen Freunden gehörten und gekommen waren, um ihnen den republikanischen Spaniern zu helfen. Brouwer, der einzige von uns, der perfekt Spanisch sprach, hatte diese Wünsche sehr rasch begriffen und schlug vor, erst bei den Eltern unseres Chauffeurs vorbeizufahren, bevor wir mit den anderen in unser Hotel gingen.
Ich sehe uns dann noch in Alfredos Straße, irgendwo in der Gegend der Puerta del Sol, und wie sich seine Familie und die Nachbarn um uns drängten. Sie umarmten uns, klopften uns immer wieder auf die Rücken und waren stolz und glücklich über unseren Besuch. Brouwer sprach einige tiefempfundene und innige Worte. Er gab das feierliche Versprechen, dem spanischen Volke immer nach besten Kräften helfen zu wollen.
Wenn ich nun wieder über Brouwers Leben nachdenke, glaube ich, daß er in den letzten Jahren wohl nicht mehr oft so glücklich gewesen ist, wie damals...
26. Oktober
Wortwechsel mit K. gehabt. Er wollte nicht glauben, daß nach Beendigung des spanischen Bürgerkrieges- Alfredo und Tausende seiner Landsleute durch die französische Regierung in Lager gesteckt worden sind, daß sie dort auch mißhandelt wurden, daß sie dort auch an Hungerödemen litten und daß auch dort Hunderte an Typhus gestorben sind.
Weil er in Holland nichts davon wußte?
Für ihn hat der Krieg erst am 10. Mai 1940 begonnen und vorher herrschte überall in der Welt süßer Friede und fromme Eintracht.
,, Aber davon hat doch nichts in den Zeitungen gestanden", war immer sein letztes und einziges Argument.
Es hat damals so viel nicht in den Zeitungen gestanden, was darin hätte stehen müssen...
Wenn K. nun wenigstens begreifen würde, warum es nicht in
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