nicht mehr sehen oder sprechen, sie werden von SS bewacht."
Ich lief durchs Revier nach dem Großen Bad. Ich wollte versuchen, Fritz wenigstens noch wissen zu lassen, daß seine Schwester hier sei- daß sie gesund ist. Es würde ihm gut tun, seinen Mut stärken...
Auf dem Appellplatz traf ich den Jugoslawen vom Arbeitseinsatz und fragte ihn nach dem Transport für Auschwitz .
,, Vor noch nicht fünf Minuten sind sie durchs große Tor..."
Als ich zur Zahnstation zurückkam, sah sie mich schweigend an. Sie begriff, was ich gewollt hatte und daß ich nichts erreicht hatte.
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Dann kam Drost und gab ihr das für Fritz bestimmte RoteKreuz- Paket, das gestern ankam, als er schon im Großen Bad war. Andere Freunde brachten Brot und Seife, einen Kamm und ein Messer.
Es war für uns alle ein aufsehenerregendes Ereignis: Frauen - Holländerinnen in Dachau !
Es hinterließ eine uns fremde Unruhe; auch Mitleid- und gleichzeitig etwas Prickelndes...
19. Oktober
Das gestrige Erlebnis zittert noch in uns nach. Es gibt plötzlich ein neues Element in unserem Leben. Die Frauen sollen in der nächsten Woche wiederkommen; das verschafft uns ein Gefühl, als wäre unsere Zukunft dadurch aussichtsreicher geworden.
Bevor wir gestern abend schlafen gingen, fragte Eddy: ,, Wo Fritz nun wohl sein mag?"
Wir beide waren bestimmt nicht die einzigen, die an ihn dachten. Trotz des Frauenbesuches...
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