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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
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will versuchen, ob ich ihn nicht doch noch vor dem Transport vielleicht im Großen Bad sprechen kann.

Ob meine Worte allerdings noch Eindruck auf ihn machen werden?

18. Oktober

Ein Tag voller tragischer Zufälle.

Um drei Uhr rief mich Pratomo. Ich war gerade von meinem Rundgang mit den Totenlisten zurück.

,, Bei der Zahnstation stehen holländische Frauen; sie kommen aus München . Eine davon will dich sprechen!"

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, Wie heißt sie?"

Es ist eine Schwester von Fritz van Hall."

Ich sah die Frauen schon von weitem. Vielleicht zehn oder zwölf. Auch Polinnen darunter. Sie waren von Ravensbrück nach München transportiert worden, um dort in den Agfa­Fabriken zu arbeiten. Kamen nur zur Behandlung ins Revier. Polen umringten die polnischen Frauen und bestürmten sie mit Fragen.

Ich fand Fritzens Schwester sofort heraus, obwohl ich sie nicht persönlich kannte. Aber er hatte mir viel von ihr er­zählt, auch von Gerrit van der Veen. Ich wußte daher, daß sie verhaftet war. Sie haben sich seit über eineinhalb Jahren nicht gesehen. Sie hoffte, ihn nun hier sprechen zu kön­nen; hatte sich aus diesem Grunde zur Zahnbehandlung gemeldet. Als sie mich ansah, merkte ich, daß sie es bereits wußte.

,, Gesundheitlich geht es ihm gut."

Das war alles, was ich sagen konnte. Ich faßte tröstend ihre Hand, und der alte Scharführer, der die Frauen begleitete, sah weg; er dachte vielleicht, daß wir verheiratet oder ver­lobt wären.

,, Ist er schon fort?"

,, Sie stehen noch beim großen Tor, aber du kannst ihn

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