2. Oktober
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Den ganzen Vormittag mit Wiardi Beckman in angeregter Unterhaltung auf der Bank vor der Totenkammer gesessen.. Erst wollte es nicht recht gehen, und wir sprachen beide- ich glaube absichtlich, doch ohne es uns gegenseitig merken zu lassen über mehr allgemeine Dinge, und erst nach einem Weilchen und sehr vorsichtig kamen wir auf das Problem eines eventuellen Zusammengehen's von Sozialdemokraten und Kommunisten nach dem Kriege. Zwar schien W. B. in dieser Frage völlig mit mir übereinzustimmen, trotzdem hatte ich den Eindruck, daß er es wenn es darauf ankommt mehr tun wird. Ich fürchte, er beurteilt diese Angelegenheit noch zu sehr von der Vorkriegssituation aus. Meiner Meinung nach müssen wir zuerst und vor allem von der Erkenntnis ausgehen, daß ein solches Zusammenarbeiten eine absolute Notwendigkeit ist. Das muß die Grundlage bilden, und dieser Notwendigkeit sind alle örtlichen Schwierigkeiten unterzuordnen. Das dürfte in der Praxis eine Frage des guten Willens sein, und ob W. B. eigentlich wirklich ehrlich will, scheint mir ziemlich zweifelhaft.
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Als wir beide noch wie Katzen um den heißen Brei herumgingen, setzte sich Hoornik zu uns, und das Gespräch nahm eine andere Wendung. Hoornik und Beckman sprachen über eventuelle spätere Mitarbeit an der Zeitung ,, Het Volk", und W. B. erklärte sich bereit, einen begabten jungen katholischen Journalisten- ich glaube von ,, De Tijd"-, den Hoornik ihm empfahl, nach dem Kriege für sein Blatt zu engagieren. Ich schwieg dazu, und erst als W. B. mich um meine Ansicht bat, habe ich ihm gesagt, daß ich glaube, daß die Wahl eines Mitarbeiters für eine wirkliche Arbeiterzeitung von anderen Gesichtspunkten aus zu erfolgen habe als für bürgerliche Blätter. Ein solcher Mitarbeiter muß nicht nur die Gedankenwelt der Arbeiterschaft kennen, ihre geistigen Nöte und Bedürfnisse nachempfinden können, sondern auch ihre materiellen; er muß von einem ganz anderen gesellschaftlichen Standpunkt aus schreiben, und muß auch den politischen Problemen ganz anders gegenüberstehen.
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