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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
Entstehung
Seite
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ANMERKUNG

§ 20 Diese Auflösung ist, wie man sieht, nur eine bedingte, und früh oder spät kommt die Wahrheit ans Licht. Will man die Glaubwürdigkeit der Zeitungen nicht aussetzen, so muß es notwendig eine Kunst geben, dem Volke schlechte Nach­richten vorzutragen. Worauf wird diese Kunst sich stützen?

LEHRSATZ

§ 21 Der Teufel läßt keinen Schelm im Stich.

ANMERKUNG

§ 22 Auch dieser Satz ist so klar, daß er nur verworren werden würde, wenn man ihn beweisen wollte, daher wir uns nicht weiter darauf einlassen, sondern sogleich zur Anwendung schreiten wollen.

AUFGABE

§ 23 Dem Volk eine schlechte, Nachricht vorzutragen?

AUFLÖSUNG

Man schweige davon(§ 5), bis sich die Umstände geändert haben(§ 15). Inzwischen unterhalte man das Volk mit gu­ten Nachrichten, entweder mit wahrhaftigen aus der Vergan­genheit oder auch mit gegenwärtigen, wenn sie vorhanden sind, wie zum Beispiel von der Eroberung von Paris , von dem Sondergesandten des Tenno und vom Eintreffen des Weizens aus der Ukraine oder in Ermangelung aller mit solchen, die erstunken und erlogen sind: sobald sich die Umstände geändert haben, welches niemals ausbleibt(§ 20), und irgendein Vorteil, er sei groß oder klein, errungen wor­den ist: gebe man(§ 14) eine pomphafte Ankündigung da­von, und an ihren Schwanz hänge man die schlechte Nach­richt an( q. e. d.).

ANMERKUNG

§ 24 Hierin ist eigentlich noch der Lehrsatz enthalten: wenn man dem Kinde ein Licht zeigt, so weint es nicht, denn darauf

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