aber die kindlich-argwöhnischen Blicke gesehen hat, mit denen unsere beiden Russen jedesmal einige Polen beobachten, wenn sie den Namen Stalin aussprechen— bereit, sofort und auf jeden Fall ihren Helden zu verteidigen, auch wenn sie gar nicht verstehen, um was es sich handelt—, der begreift, was ihnen ihr Vaterland bedeutet und wie sie es lieben.
Geh’ nur zurück nach Woroschilowgrad, Freund Wassilij! Du hast recht— und allen Grund stolz zu sein auf die Sowjet- union, die euch in Kürze wieder mehr zu bieten haben wird als irgendein anderes Land der Welt. Und wenn es möglich ist, werde ich dich dort später einmal besuchen kommen!
7. August
Mein heutiges Gespräch mit S. beschäftigt mich noch immer. Er fragte, wie nebenbei(aber ich hatte den Eindruck, daß er es sich schon lange vorgenommen hatte, mir diese Frage zu stellen), warum ich eigentlich keinen Unterschied machte zwischen Natio- nalsozialisten und Faschisten— da seiner Meinung nach doch ein Unterschied besteht. Ich habe ihm möglichst ausführlich erklärt, daß es nur zu einer Zersplitterung unserer Kräfte führen würde, wenn wir— wie er es möchte— zu differenzieren beginnen. Denn sowohl die Nationalsozialisten als auch die Faschisten aller Schattierungen sind unsere Feinde. In Holland zum Bei- spiel nicht nur Mussert und van Rappart, sondern auch Ar- nold Meyer, Colijn, Gerretson und so weiter. Und ich werde— habe ich ihm gesagt— Horthy auch weiterhin einen ungari- schen Hitler nennen, obwohl er das nicht gern hört.
Ich begreife sehr gut, warum S. nicht meiner Meinung ist. Er beginnt, da sich die Fronten immer deutlicher abzeichnen, ein bißchen ängstlich zu werden. Wenn ich nur von„Faschisten“ und„Antifaschisten‘ spreche, bleibt kein Ausweg für einen Kompromiß— und er möchte doch so gern noch ein Hinter- türchen offenhalten. Darin steht er übrigens nicht allein. Warum hätte sonst bei seinen Freunden in den letzten Jahren das In- teresse für das System von Salazar so sehr zugenommen?


