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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
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ten, als ihn die Deutschen gefangennahmen und nach Dachau transportierten.

Noch als er darüber sprach, setzte sich K. zu uns und be­merkte, er müsse doch froh sein, daß er hier wäre, denn dort in dem russischen Lager sei es doch bestimmt noch viel schlim­mer gewesen..

Nikolai fuhr wie von der Tarantel gestochen auf:

,, Schlimmer als hier? Viel, viel besser! Da kein Stacheldraht. Nicht schlagen. Nicht schießen. Nicht Wachtposten. Da keiner weglaufen. Warum weglaufen? Russisches Lager gut- viel lernen. Jeder lernen. Da Urlaub und alle wiederkommen. Die Deutschen Banditen! Hitler Bandit! Stalin gut!"

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K. war sprachlos über diesen Ausbruch, und ich mußte lachen, denn Nikolais Plädoyer war wohl nicht gerade das, was die Deutschen bezweckten, als sie Hunderte russischer Jungen aus Erziehungslagern und Zuchtschulen zu uns in die KZs steckten!

Nikolai und seine Freunde tun nämlich genau das Gegenteil von dem, was ,, man" von ihnen erwartete: sie machen Pro­paganda für ihr Vaterland- sogar für dessen Straflager.

7. Juli

Pastor G. muß morgen wieder nach Block 26 und zurück in sein Kommando. Er nahm mich beiseite und fragte, ob ich mich nicht etwas um seinen Glaubensgenossen, meinen Bett­nachbarn, kümmern könnte, da der nun ausschließlich auf mich angewiesen sei. ,, Ich weiß, daß er ein altes Waschweib ist, Rost, aber du tust damit ein gutes Werk." Ich habe es ihm versprochen und werde Wort halten. G. war heute ganz an­ders, einfach und natürlich, gar nicht so betont der ,, Herr Pastor", und darum haben wir uns auch sofort verstanden- trotz unserer gegensätzlichen Weltanschauungen.

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Nun tut es mir leid, daß er fort muß, ich hätte mit ihm gern über verschiedene Probleme gesprochen. Jetzt wäre das mög­lich gewesen, weil er sich so einfach, so menschlich gab. Mit

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