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Telders und ich sprachen in Vught nicht nur über schwierige Probleme, sondern wir waren auch oft ausgelassen. Dann war vor allem E. vielfach unser Opfer. Tagelang haben wir ihn wegen der großen Lücken in seinem literarischen Wissen- die er als Schriftsteller doch nicht hätte haben dürfen ulkt und bereits abends während des Appells überlegt, was wir ihn beim Essen fragen sollten, quasi unsere Rollen verteilt. Ich erinnere mich noch genau an einen der letzten Abende in Block 17 und an unser so beliebtes Spiel, das Telders mit der Frage begann: ,, Was ist eigentlich deine Meinung über Adriaan van Oordt, E.?"
Schweigen...
Ich: ,, Du findest doch sicherlich auch, Warhold' viel besser als, Irmenloo'?"
Schweigen...
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T.: Oder bist du mehr für historische Romane, wie zum Beispiel, Wallenstein' von Döblin?"
Schweigen...
Ich: ,, Bist du nicht auch der Ansicht, daß die Bücher von Fla vius Josephus augenblicklich wieder höchst aktuell sind?" Schweigen...
So ging es oft stundenlang.
E. hat es zum Glück nicht übelgenommen, und unsere Freundschaft hat nicht darunter gelitten.
Und dann die Gespräche mit Telders über Politik! Fast täglich haben wir darüber diskutiert- besonders abends im Bett: O., ein überzeugter Kalvinist und ein herrlicher Kamerad; Chris, der kommunistische Blockälteste; Telders und ich. Einmal meinte Telders scherzend: ,, Ich habe gern mit Kommunisten zu tun. in den Lagern." Er war und blieb ein Gegner der Todesstrafe, ist aber für Verbannung. Wünscht und hofft, daß dort die Verurteilten durch das Klima schnell sterben werden.
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Unsere Debatten fanden meist erst ein Ende, wenn einer der deutschen Kapos, der in unserer Nähe lag, entsetzlich anfing
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