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Fritz Sattler: Was mich bewegte ... / Fritz Sattler
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Saaten

Wohl übers Feld ein Sämann schritt

und ließ bei dem bedächt'gen Schreiten die Körner seiner Hand entgleiten die Ackerkrume dämpft den Tritt.

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Bald zog der Winter in das Land und Schnee lag nun auf allen Saaten; sinnierend ob dem Wohlgeraten

-

der Sämann vor dem Felde stand.

Wohl unterm Schnee die Saat nun ruht und wartet auf des Frühlings Wecken, auf Vogelsang, der schallt aus Hecken und auf des Sommers Reifeglut.

Ich aber denk an manches Wort,

das einst ich in die Menge streute und stehe, wie der Sämann heute, und seh' mit Schnee bedeckt den Ort,

und spür die Winterruhe nur und bin erfüllt von diesem Schweigen und seh' im Geist sich Halme neigen mit schwerer Frucht auf weiter Flur.

In manches Herz hab' ich gesenkt ein Wort von künftiger Gestaltung und warte nun, daß die Entfaltung von selbst in rechte Bahn sich lenkt.

-

Ich weiß, daß aus den Worten sprieẞt

- nach diesem Schnee- ein Wald von Saaten,

aus dem, wenn alles gut geraten,

sich reicher Segen einst ergießt.

11. 11. 43