Zu Arbeitsplätzen ziehen die Kolonnen,
wenn der Appell hat auf den letzten Mann gestimmt, gar bald die Menschenmasse ist zerronnen;
ein jeder seine Arbeitslast nun auf sich nimmt.
Jahraus, jahrein geht es so jeden Morgen;
des abends ist es dann das umgedrehte Spiel... Ja, der Appell, der macht uns dauernd Sorgen. Mal fehlet einer und mal einer ist zuviel.
War der Appell mal ausnahmsweise richtig,
so bleiben allzulang wir auf dem Platz nicht stehn — wenn nicht die Lagerleitung tut noch wichtig und läßt uns später erst in die Baracken gehn.—
Das karge Abendbrot ist rasch verschlungen
und es beginnt die sogenannte„freie“ Zeit,
da wird geredet nun in manchen Zungen,
der Franzmann macht sich neben einem Rußki breit.
Doch schließlich: Müde sind die Kumpels alle,
daher entleeret langsam sich der Tagesraum
und wer nicht„kriecht*, der„haut“ sich in die„Falle“ und wünscht von Morpheus sich den allerschönsten Traum.
und mancher Spieler bis zum äußersten„gereizt*. Wer sich jedoch dem Sport verpflichtet fühlet
steht auf dem Platz, der dummerweise nicht geheizt.
Wenn Schreibtag ist, dann schreiben viele Briefe,
an Weib und Kind und manche schreiben auch ins Feld. Am liebsten jeder mit dem Brief selbst liefe
nachhause zu und sparte gern das Portogeld.
Groß ist die Freude, kommen die Pakete
mit leckren Sachen, Tabak von zuhause an,
sei's von Jadwiga, Yvett oder Grete,
sei’s groß, sei’s klein, es lacht und schmunzelt jedermann.
Doch so ein Sonntag gehet schnell vorüber;
der Montag bringt den alten schweren Arbeitstrott: Der steht am Schraubstock, der am Rechenschieber, der hadert mit der Welt und der mit seinem Gott.
Gemeinsam allen ist jedoch das Hoffen,
daß einmal endet auch die schwere Lagerzeit, daß einmal uns auch steht das Tor weit offen; ruft uns die Welt: Sie findet uns zur Tat bereit!


