Silvester 1944
Eiskalt der Wind, der über den Appellplatz streicht, erstarrt der Boden und zu Stein gefroren—
am Winterhimmel hoch der volle Mond sich zeigt: Im Sterngeflimmer wird ein Jahr geboren.
Das Jahr, das alte, an die vielen angereiht,
die hinter Draht und Gittern ich verbrachte,
tropft wie ein Tropfen nun ins Meer der Ewigkeit; ich aber denke, was ich immer dachte:
Daß unentwegt man doch der Zukunft trauen soll,
erscheint die Gegenwart auch noch so trübe;
denn einmal ist das Maß des Hasses übervoll—
und ganz zum Schluß siegt doch die— Menschenliebe! 31.12.44
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