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Rimbachbrunnen
Auf Bergeshöh' liegt eine Wiese, umrahmet rings von dunklem Wald,
der, wie ein ungeschlachter Riese,
behütet diesen Aufenthalt.
Kühl schießt aus einem Brunnenrohre
ein silberblanker Wasserstrahl;
sein Plätschern klinget Dir im Ohre,
der Du heraufstiegst aus dem Tal.
Am Brunnenrohr die Tröge liegen,
in die es rinnt so hell und klar; es schlürft das Naß in tiefen Zügen der Kühe breitgestirnte Schar.
Kein Laut fällt sonst in diese Stille, die spürbar, wie zum Greifen fast; nichts störet diese Waldidylle,
weitab von hier liegt alle Hast.
Der Hirte ruht mit seiner Herde,
sein Hund knurrt leise dann und wann;
unhörbar über Waldeserde
der Förster streifet durch den Tann.
Es ist ein Ort, so recht zum Träumen,
die Wiese in der Waldesruh';
die Vögel selbst auf hohen Bäumen
schweigen
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Herze schweig' auch Du!
27. 6. 37


