Das Haus am Hang
Es steht am Bergeshange ein uralt freundlich Haus. Ich ruht nach manchem Gange
in seinen Räumen aus.
Nicht weit vom Hause fließet
ein Bergbach silberhell;
in dessen Wassern schießet die flinke Bachforell!
Der Garten voller Beeren, der lud zu manchem Schmaus; o, welche Lust zu leeren der Sträucher grünen Strauß.
In diesem Hause wohnte mein Ahn' im Silberhaar; auf seiner Stirne thronte die Güte rein und klar.
Im trauten, engen Kreise
zu frohem Zitherklang
gar manche alte Weise
im alten Haus man sang.
Und auch ein Geist ein guter, glitt still durch's alte Haus: Der Schatten meiner Mutter ging mit mir ein und aus.
Und wenn für hohe Ziele sich dann mein Herz geregt: Es ward der Keim für viele im Haus am Hang gelegt.
Längst ist zur Ruh' gegangen
der Ahn im Silberhaar;
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ich stand- das Herz voll Bangen an seiner Totenbahr!
Die Lieben von der Runde,
die sich mit mir gefreut;
sie geben selten Kunde,
sind in der Welt zerstreut.
Gar manches ging in Trümmer, verhallt ist Liederklang; jedoch: Es steht noch immer das alte Haus am Hang.
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7. 2. 37
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