Und nun mögen meine Verse zu denen sprechen, die wie ich hinter den Gittern und Stacheldrähten der deutschen » Zivilisation« geschmachtet haben. Manche von ihnen werden mir vielleicht der Vorwurf allzu großer Passivität in Sprache und Inhalt vieler dieser Verse machen. Sie ist das natürliche Ergebnis einer Haftpsychose, der ich mich nicht immer zu erwehren vermochte. In meinem tiefsten Innern lebte der Widerstandswille ungebrochen weiter, der aber durch Zensur und Gestapo- Augen nicht in Versen zum Ausdruck kommen konnte.
Aber meine Gedichte wenden sich auch an alle diejenigen, die durch ein gnädiges Schicksal vor dem Grauen der Haft bewahrt wurden. Sie sollen sie lesen, damit sie erfahren, welches Unheil politischer Haß angerichtet hat, und damit in ihrem Herzen der Wille erwächst, eine Wiederkehr solcher unmenschlichen Verirrungen mit aller Kraft zu verbindern.
Brigus
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