O ZEIT, DU KEHRST NICHT MEHR ZURUCK!
Der Abend bricht herein,
Die Schatten werden länger,
Und dieser Tag nahm auch ein Ende.
Wie hab' ich ihn verbracht?
Wie füllte ich die Stunden?
Das weiß ich selbst mir nicht zu sagen.-
Ich ging wohl auf und ab,
Saß auf dem Hocker dort,
Doch wie ist denn die Zeit vergangen?
Der Tag hat 24 Stunden,
Und jede Stunde an Minuten 60 gar,
-
Und wiederum 60 mal zähl' ich sekundenlang,-
Und diese Zeit ist mir entschwunden?
Und morgen steht sie nun erneut vor mir
Mit zynisch- grinsendem Gesicht.
Und wiederum wünsche ich,
Daß es dann Abend wär'.
Denn wie der nächste Tag vergehen soll,
Ich weiß es nicht!-
So schleicht die schöne Zeit dahin,
Uralte Wahrheit geht mir durch den Sinn: Bedenk, o Mensch,
Mit jedem Tag, den du verbringst,
Du einen Tag
Auch deinem Tod entgegengingst!
Und diese Weisheit ist so unerbittlich wahr,
Seit der Geburt wird ihre Wirkung offenbar.
Drum soll der Mensch auch keinen Tag versäumen,
Soll emsig nützen jede Stunde, die er lebt:
Und ich muß hier im Nichtstun ewig träumen,
Wo das Phantom des Zeitverlustes um mich schwebt! O Zeit, du kehrst nicht mehr zurück,
Du bist verlor❜ngegangenes Glück!
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