BIS DROHT DER TOD
Versink, o Tag, vor meinem Blick; Ich schau’ nicht vor, schau’ nicht zurück. Die Gegenwart hüllt sich in Schweigen, Da auch die Zeit schon still verharrt;
“ Und aus der Ungewißheit Reigen Hat mich der Tod nun angestarrt.
Mich hat das Fürchten nicht gepackt, Ich lausche nur dem Lebenstakt.— Und glauben Herren mich zu richten, Ein Urteil: Sterben! mich bedroht, Ihr Wahn kann nimmermehr vernichten, Was heiß in meinem Herzen loht.
Aus dem Gefahrenkreis nur klagt Der Schmerz, der euch, ihr Lieben, plagt. 5 Ich aber hab’ mich abgefunden, j Da schon das Sehnen wissend schwieg, Mich selber hab’ ich überwunden, Vertrauend auf den letzten Sieg!
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