JOHANNI
Johanni ist's, der Tag der großen Wende. Wenn in der Nacht das Sonnwendfeuer loht, Sucht mancher gläubig Wurzeln, Teufelshände, Daß ihm im ganzen Jahr kein Unheil droht. Es hat sich dieser alte Brauch erhalten Zum Schaden jener Orchis Knabenkraut; Ist es doch aller Wunsch, es möchten walten Die guten Kräfte, die man nirgends schaut.
Als dieses Jahr Johanni näherrückte, Da hofft' auch ich auf ihn als Sonnentag, Ich hatte eine Sorge, die mich drückte, Und jenen Wunsch, daß sie nun enden mag. Johanni, mögest du das Schicksal wenden, Der heißgeliebten Weggefährten Los, Und könntest ihre Kerkerhaft beenden, Mein Jubel wäre unbeschreiblich groß.
Johanni ist's, der Tag der großen Wende. Ich fühle schon die Sonnwendfeuer glühn, Und spür' den sanften Druck der lieben Hände, Es muß die Hoffnung mir daraus erblühn. Man hat die Freiheit heute ihr gegeben, Johanni hielt mir das versprochne Wort. Der Sonnenwende folgt ein neues Leben, Mir ist's, als eilt ich selbst schon mit ihr fort.
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