" Spiegelt es selbst des Gefangenen Schmerz.
BLUMEN AUF DEM GEFÄNGNISHOF
Wie’s jetzt auf saftigen Wiesen und Weiden Grünet und blühet im leuchtenden Land! Zieht doch die Sonne im reichen Vergeuden Überallhin nun ihr farbiges Band.
Elende Seelen nur bleiben noch hocken
In den Gebäuden aus Brettern und Stein. Wenn schon des Frühlings Gebilde uns locken, Folget dem Rufe, dem sonnigen Schein!
Mir aber gönnt man nur dreißig Minuten Freizeit auf schattigem, düsterem Gang;
Hier muß mein Herz voller Sehnen verbluten, Hinter verwitterten Mauern entlang.— Etwas vom Frühling bekomm’ ich zu sehen, Blumen verschönern den mittleren Platz, Mögen in Reihe und Glied sie auch stehen, Sie sind mein einziger farbiger Schatz.
Säuberlich fein in Rabatten gezogen,
Sind sie natürlich gering nur an Zahl; Doch mit Bedacht sind die Sorten erwogen, Stimmung entsprechend die Wahl.
Da sich ein jeder der trauernden Runde An seine Lieben, die fern aller Sicht, Gerne erinnert in trennender Stunde, Blüht das bescheidene Vergißmeinnicht.
Trotzdem vermag man es nicht zu erfassen,
Daß uns hier keine Hand liebevoll pflegt,
Und man empfindet in seinem Verlassen,
Daß ein Stiefmütterchen Schuld daran trägt.
Ausdruck des Kummers, des Zweifelns und’ Wartens,


